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Studieren in Deutschland

Mittwoch, den 17. Dezember 2008

von Joanna Benda

Die Struktur des Referats:

  • Einleitung – was ist besonders wichtig  in unserem heutigen Leben?
  • Wozu braucht man das Studium?
  • Wo liegt der Unterschied zwischen Studieren im Ausland und im eigenen Land?
  • Warum Deutschland?
  • Welches Minimum ist notwendig?
  • Die Vorteile des Studiums in Deutschland
  • Gibt es auch Nachteile des Studiums in Deutschland?
  • Die großen Fragezeichen
  • Fakten und Schluss
  • Hochschultypen
  • Erklärung der Begriffe

„Was möchtest du in Zukunft machen?“ – auf den ersten Blick sieht man nichts Besonderes an dieser Frage. Die Frage ist wie alle anderen… Ich habe selbst die Frage gehört, aber habe nicht so ernst darüber nachgedacht. Vielleicht wäre es besser gewesen, aber jetzt… Darum gibt es später so viele Probleme, wenn die Jugendlichen kurz nach dem Abitur nicht genau wissen, was sie eigentlich machen sollen! Die Zeit läuft im Jahr 2008 schneller als früher und wir haben nicht so viele Zeit zum Nachdenken, weil die Konkurrenz überall lauert und wenn wir nichts machen, machen das andere Personen.
Es ist wirklich schade, dass es immer noch eine so große Arbeitslosenquote gibt. Wo liegt der Grund dafür? Die Jugendlichen warten darauf, alles zu bekommen, was sie nur wollen, ohne sich Mühe dafür zu geben. Es funktioniert aber genau umgekehrt.
Man kann die Personen verstehen, die aus einer Familie ohne akademischen Hintergrund stammen oder wenn die Eltern nicht studiert haben, dass sich viele von ihnen gegen ein Studium entscheiden. Viele von ihnen möchten aber gerne studieren und damit ihren Lebensstil verbessern.

Was weiß man über das Studium? Laut des Begriffs ist ein Studium „(…) das wissenschaftliche Lernen und Forschen an Hochschulen, also Universitäten  und gleichgestellten Hochschulen, Kunsthochschulen, Fachhochschulen sowie an Akademien, soweit diese den Hochschulen gleichgestellt sind. (…)
Ein Studium besteht unter anderem aus dem Besuch von Vorlesungen, Seminaren, Praktika, Tutorien und Selbststudium. Das erworbene Wissen wird entweder in semesterbegleitenden Teilprüfungen oder in Abschlussprüfungen durch Klausuren oder mündliche Prüfungen abgelegt.“ (Fußnote 1)

Für Leute, die schon studieren oder in Kürze anfangen, klingt der Begriff verständlich. Die Mehrheit der Jugendlichen hat keine Pläne, was, wo und wie sie studieren möchten.
Manche denken realistisch, d.h. darüber nach, was in Zukunft sehr wichtig für Ökonomie, Wirtschaft, Soziologie oder Informatik sein könnte, manche aber nur darüber, was sie am liebsten machen wollen. Einerseits gibt es Familien, die gute Möglichkeiten haben, um ein Studium zu finanzieren, andererseits gibt es Studenten, die nicht einfach anfangen können, weil ihre Familie sich um die wichtigsten Lebensmittel des Lebens kümmern muss. In vielen Ländern ist das Studium seit einigen Jahren nicht mehr kostenlos.
Das Studium öffnet wie auch Sprachkenntnisse eine Tür zu einer unbekannten Welt.
Einige möchten etwas Gutes für andere Leute machen, andere sorgen sich nur um sich selbst. Es gibt genauso viele Meinungen wie es Menschen auf der ganzen Welt gibt.

Die Jugendlichen sind meistens unzufrieden mit ihrer Stadt und mit der Politik des Landes, sie klagen immer über alles. Sie versuchen, eine andere Stadt zu finden und vielleicht dort zu studieren und zu arbeiten oder beides gleichzeitig zu machen. Auf jeden Fall möchten sie lieber ins Ausland fahren und dort für ihre Karriere lernen. Man kann aber nicht immer über den Erfolg sprechen, weil sie manchmal keine andere Wahl haben, als ihre Sachen zu packen und zurück in ihre Heimat zu kehren. Es hängt auch davon ab, welche Situation sie zu Hause haben. Gibt es auch einen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen? Vielleicht haben Jungen mehr Mut, um ins Ausland auszuwandern, aber daran fehlt es Mädchen auch nicht.
Der Grund dafür könnte aber ein anderer sein, z.B. um andere Kulturen kennenzulernen. Man lernt nicht nur die Fremdsprache, sondern auch die Mentalität des fremden Landes und das Verhalten der Leute. Manche bemerken, dass sie dort bessere Chancen für ihre Karriere haben. Sie müssen im Einklang mit ihrem Willen sein, was unverzichtbar für ein ruhiges und verwirklichtes Leben ist.
Studieren im eigenen Heimatland kann auch interessant und abenteuerlich sein. Man hat dort alles, was man während seines ganzen Lebens kennen gelernt hat: Freunde, Familie, eine beliebte Pizzeria usw. Junge Leute denken oft darüber nach, dass alles Neue im Leben besser ist. Ist es tatsächlich so?

„Von internationaler Zusammenarbeit profitieren die jungen Talente aus aller Welt ebenso wie wir. Herzlich willkommen im Land der Ideen!.“ (Fußnote 2)
Im Auftrag und mit Finanzierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) seit dem Jahr 2001 Anzeigenmotive, Plakate und Videospots, die junge Menschen für eine Ausbildung an deutschen Hochschulen begeistern sollen. Durch die Marke „Deutschland – Land der Ideen“ werden die Maßnahmen der unterschiedlichen deutschen Beteiligten im Ausland gebündelt und in ihrem Deutschlandbezug besser sichtbar.
Im Wettbewerb um die akademischen Kinder ist Deutschland mit einem Anteil von rund 10% aller weltweit mobilen Studierenden das drittstärkste Gastgeberland nach den USA und Großbritannien. Der internationale Austausch ist wichtig für moderne Hochschulen, für Innovation und Spitzenforschung.
„Bis zum Jahr 2012 wollen wir die Zahl ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen auf 3.000.000 steigern.“ (Fußnote 3)
Nach den optimistischen Erfahrungen bei der Fußball-WM 2006 wurde die Kampagne weitergeführt. Das war wichtiger Schritt, um Deutschland zu bewerben. Europäische Länder sind populär für asiatische Leute, die hier in ihre Zukunft investieren möchten.

Deutsch ist gar nicht so schwer!? Vielleicht stimmt das, aber nicht ganz genau. Diese Sprache kann man an den vielen Goethe-Instituten in aller Welt lernen. In Deutschland gibt es viele Sprachschulen, aber besonders beliebt sind bei Studenten die internationalen Sommerkurse der Universitäten. Das kostet aber… Bis zu 600 Euro bezahlt man für einen Monat.
Wenn man den Wunsch hat, in Deutschland zu studieren, muss man für die Zulassung die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang“ (DSH) oder den „TestDaF“ ablegen. In beiden Tests wird das Leseverstehen, das Hörverstehen sowie der schriftliche und mündliche Ausdruck geprüft.

Am Anfang denkt man, dass das Studium im Ausland nur positive Aspekte het. Welche sind das?

  • eine Fremdsprache lernen,
  • neue Leute kennenlernen,
  • neue Kultur und damit andere Mentalität der Menschen,
  • internationales Diplom.

Man kann weitere Beispiele angeben, aber eine Person ist ein Individuum und das, was für mich persönlich ein Vorteil ist, muss nicht genauso für andere sein. Ich bin mir sicher, dass es eine neue Erfahrung im Leben ist und dass ein Studium in Deutschland viele Vorteile bringt. Im Lauf der Zeit haben wir mehr Erfahrungen, was unser Leben total wertvoll macht!

Das, was am stärksten durch das Studium in Deutschland spürbar ist, ist bestimmt Heimweh und Sehnsucht. Alles sieht anders aus, die Leute sprechen manchmal so schnell, dass wir gar nichts verstehen können und das bringt uns auf die Palme. Nur Fleiß und Hartnäckigkeit geben uns die Möglichkeit, um einen eigenen Weg für ein Leben im Ausland zu finden. Die deutsche Sprache gehört nicht zu den einfachsten Sprachen der Welt, aber ist das der Grund aufzugeben? Das würde ich nicht sagen. Wir sollten nur die Geduld nicht verlieren.
Wenn man im Ausland studieren möchte, überlegt man schon früh, womit man sich nach dem Studium im Ausland beschäftigen möchte. Das muss eine erwachsene Entscheidung sein, weil die Heimkehr nach ein paar Jahren nicht problemlos ist. Durch die Jahre haben sich das Land und alles, was dazu gehört, stark verändert.

Viele Fragen drehen sich in unserem Kopf und verursachen schlaflose Nächte.
Viele Jugendliche interessieren sich dafür, nach Deutschland zu fahren und ein Studium anzufangen. Aber was sollte eigentlich jeder Kandidat wissen?
Wir müssen bestimmt wissen, dass Deutschland ein bürokratisches Land ist und wir brauchen für alles Papiere und Dokumente.
Am Anfang sollten wir den persönlichen Kontakt mit der Wunschhochschule suchen. Unser erster Ansprechpartner sollte das Akademische Auslandsamt sein. Offiziell gilt, dass Studienbewerber eine Hochschulzugangsberechtigung nachweisen müssen. Dazu gehört ein Schulabschluss, der der deutschen Hochschulreife entspricht.
Eine wichtige Rolle spielt die „Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen“ (ZVS). Auf einer Internetseite kann man lesen: „(…) Sie verwaltet die Studienplätze bestimmter Studiengänge, wie zum Beispiel Medizin, und verteilt die Studierenden auf die möglichen Hochschulorte. Interessenten aus EU-Ländern bewerben sich für diese Fächer direkt bei der ZVS, alle anderen stellen ihren Antrag beim Akademischen Auslandsamt.“
Die deutschen Universitäten können seit dem Wintersemester 2000/2001 in Studiengängen mit bundesweiter Zulassungsbeschränkung 24% ihrer Studierenden in Auswahlgesprächen selbst auswählen. Wichtig aber ist, dass der Zulassungsbescheid nicht bloß zum Studium berechtigt. Die Studienbewerber, die ein Visum für Studienzwecke benötigen, müssen ihren Zulassungsbescheid auch dem Visumsantrag beifügen.
Bewerber, deren Schulabschluss für ein Studium in Deutschland nicht anerkannt ist, haben auch eine Chance, einen Studienplatz zu bekommen. Ein Jahr lang dauert es in Deutschland, das deutsche Abitur-Niveau zu bekommen.
„Akademische Freiheit“ ist das beherrschende Motto deutscher Hochschulen. Alle Studenten können ihre Hochschule und ihre Dozenten frei wählen. Für die meisten Fächer kann man sich an der Hochschule einschreiben. Einige Dokumente, die vor Semesterbeginn auf dem Tisch des Studentensekretariats vorgelegt werden müssen, sind:

  • der Antrag auf Einschreibung (man kann es in einem Studentensekretariat finden),
  • das Schulabschlusszeugnis und der Zulassungsbescheid des Akademischen Auslandsamtes,
  • Sprachkenntnisse,
  • eine Bescheinigung über ein Studium, das im Heimatland begonnen oder abgeschlossen wurde,
  • der Krankenversicherungsnachweis.

Jeder, der mehr als 3 Monate in Deutschland zu leben plant, muss innerhalb einer Woche seinen Wohnsitz anmelden. Und für die Anmeldung wird eine Kopie des Mietvertrags der Wohnung verlangt.
Welche Rolle spielt das Auslandsamt?
Dort muss jeder persönlich eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Ich habe schon früher geschrieben, dass ein Studium in Deutschland nicht kostenlos ist. Die Studierenden müssen über ca. 500 Euro monatlich verfügen.
Außerdem müssen noch folgende Dokumente vorgelegt werden:

  • gültiges Visum,
  • ausgefülltes Antragsformular,
  • gültiger Reisepass oder Personalausweis,
  • Krankenversicherungsnachweis,
  • Kopie des Mietvertrags,
  • 3 Passfotos,
  • (selten) ein ärztliches Attest.

Wir sollten darüber nicht vergessen, dass alle Dokumente und Zeugnisse vorher übersetzt und beglaubigt sein müssen!
In der ganzen Zeit in Deutschland kann es passieren, dass wir krank werden. Wir müssen uns dann keine großen Sorgen machen. Als Aus- oder Inländer sind wir grundsätzlich bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Das ist aber auch nicht kostenlos. Circa 50 Euro im Monat müssen wir dafür zahlen. Man sieht aber nur die Vorteile:

  • Krankenkassen-Mitglieder werden beim Arzt und auch bei Bedarf im Krankenhaus kostenlos behandelt,
  • man bekommt auf Antrag die benötigten Medikamente, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen.

Für Studenten gibt es in vielen Bereichen Ermäßigungen. Fragen kostet kein Geld! Das sollten wir nicht vergessen! Viele kulturelle Einrichtungen haben Sondertarife (z.B. Museen, Kinos), aber auch Bahnfahren (nur bis 26 Jahre) usw.
Was noch wichtiger ist, ist ein Platz, wo wir wohnen können. Laut Statistik leben über 40% aller internationalen Studierenden in Deutschland in einem Studentenwohnheim. Das ist die günstigste Lösung. Erstens sind sie nicht so teuer, zweitens liegen sie häufig in direkter Umgebung der Hochschule und drittens lernt man dort sehr schnell andere Studenten kennen. Andere Angebote hängen an den „Schwarzen Brettern“ der Universitäten. Wenn man Geld hat, dann kann man über eine private Wohnung nachdenken.

Warum aber sinkt seit 2005 die Zahl ausländischer Studienanfänger in Deutschland? Das weiß niemand genau. Vielleicht aus dem Grund, dass das Studium von Nichteuropäern häufig nicht besonders gut verläuft oder auch, weil Deutschland aus seiner Attraktivität nichts macht, so dass potentielle Interessenten sich für andere Länder entscheiden, für Länder, in denen man sich stärker um sie bemüht.

Anhang:

Hochschultypen: (Fußnote 4)

  • Universität – die klassische Form der Hochschule,
  • Fachhochschule – Ausbildung für Praktiker,
  • Kunsthochschulen
  • Musikhochschulen
  • Filmhochschulen
  • Berufsakademie – für Berufseinsteiger
  • Private Hochschulen – für Selbstzahler

Erklärung der Begriffe:

  • ABITUR – der höchste allgemeinbildende Schulabschluss in Deutschland; gilt auch als allgemeine Zugangsberechtigung für ein Hochschulstudium;
  • DAAD – eine Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Hochschulen und auch der Studierendenschaften zur Pflege ihrer internationalen Beziehungen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst wurde am 1. Januar 1925 aufgrund einer privaten studentischen Initiative gegründet, 1945 wurde der DAAD aufgelöst und im Jahr 1950 wieder gegründet;
  • KLAUSUR – eine schriftliche Prüfungsarbeit, die in der Regel gleichzeitig mit anderen Teilnehmern in einer festgelegten Zeitspanne unter Aufsicht angefertigt wird;
  • MIETVERTRAG – ein Rechtsgeschäft, das den Vermieter verpflichtet, dem Mieter die vermiete Sache zu überlassen;
  • PRAKTIKUM – bedeutet eine auf eine bestimmte Dauer ausgelegte Vertiefung von erworbenen theoretischen Kenntnissen in praktischer Anwendung;
  • AUTODIDAKT – eine Person, die sich autodidaktisch (d.h. im Selbststudium) Bildung auf hohem Niveau aneignet;
  • SEMINAR – eine Lehrveranstaltung an der Universität, in der Wissen erworben oder vertieft wird. Ein Seminarleiter führt Seminare durch;
  • VISUM – ein amtlicher Vermerk, der für das Überscheiten einer Grenze des ausstellenden Staates erforderlich ist;
  • VORLESUNG – eine Unterrichtsstunde an einer Hochschule, die meistens von einem Professor oder Dozenten gehalten wird.

Fußnoten:

1 www.wikipedia.org/wiki/Studium
2 Zitat von Anette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, zum Kampagnenstart in Berlin.
3 DAAD–Präsident Professor Stefan Hormuth
4 nach Zeitschrift „Deutschland“, 01.2007 – auch auf der Internetseite www.magazine-deutschland.de

IIK-Schiffsparty

Dienstag, den 27. Mai 2008

Tanz der Kulturen auf dem Rhein

von Anastasia Tsvetkova

Tagelanges Warten, angeregte Unterhaltung und hartnäckiger Kampf um die Tickets – das hatten die Studenten vom IIK überstehen müssen, bevor sie endlich an Bord des Partyschiffs treten konnten. Die sensationelle Party, die von der IIK-Community schon zum dritten Mal organisiert wurde, hat erfolgreich am 21.05. stattgefunden. Sogar das unvorhersehbare, launische Wetter in Düsseldorf hatte sich nicht gegönnt, den Gästen die Freude zu verderben.

Man muss zugeben, das IIK versuchte seine bis über beide Ohren im Deutschlernen versunkenen Studenten ein bisschen zu lockern und zu verwöhnen. Ein Schlückchen frischer Luft und… kühlem Bierchen wirkte jedenfalls positiv auf die Abwehrkräfte der Studierenden und milderte die deprimierende Universitätsroutine. Kein roter Teppich oder vorgeschriebener Dress-Code, sondern freundliche und lächelnde Gesichter der Kommilitonen, endlose „Hallos“ und „Wie geht’s?“, keine Sorgen um „Der, Die, Das“ – mit anderen Worten, ganz entspannende, unbefangene Atmosphäre der Alma mater!

Den Angekommenen fiel sofort der wunderschöne, bunte Buffettisch auf, der die Kochkunst der Studenten verschiedener Nationalitäten repräsentierte. Traditionelle italienische kalte Pasta, pikante chinesische Klößchen, eine unbekannte Art von japanischem Sushi, ausgeklügelte persische Gerichte, der eher unpassende, aber nicht weniger leckere Zwiebelkuchen – einfach genug, um die Aufmerksamkeit des Publikums fest zu halten und einen tierischen Appetit anzuregen.

Man hörte schon das wachsende Knurren und unkontrollierbare Ausrufen des Hungers; alle konzentrierten sich auf die Dame des Hauses Mareike, die eine Eröffnungsansprache halten musste. Mit Teller und Besteck gewappnet standen alle zum Start des Essen-Marathons bereit und nach Mareikes letztem Wort ging es los! In rekordverdächtiger Zeit verschwanden eine nach der anderen die feinsten Speisen. Wer schon einmal in seinem Leben die ankommende Plage der Heuschrecken gesehen hat, kann sich die Situation besser vorstellen. Das natürliche Bedürfnis ließ sich durch Manieren und solche Begriffe wie „Ladies First!“ nicht aufhalten. Am Ende hatten sich die Gastgeber verrechnet: von Zeit zu Zeit beobachtete man saure Gesichtsausdrücke. Manche hatten sogar keine Möglichkeit, die Gerichte einfach zu riechen. Nächstes Mal sollte man mit dem Essen nicht geizen!

Langsam verwandelte sich das üppige Festmahl in ein amüsierendes Konzertprogramm – ein romantischer Punkt des Abends. Über das unaufhörliche Geschwätz der Studenten erklang der Rhythmus von brasilianischem Bossa Nova. Meine Damen und Herren, einen herzlichen Applaus – Ralf an der Gitarre begleitet vom sinnlichen Saxofon seines Kollegen Uli. Das Repertoire war wirklich auserlesen, aber davon wurden die sich schon in Tanzlaune befindenden Studenten nicht angesteckt. Das ausgelassene Publikum brüllte im Chor „La Bamba“ und eine ratlose Vertreterin der lateinamerikanischen Nationen schloss die Talentschau mit dem beliebten Lied ab. Leider traute sich kein anderer, seine außergewöhnlichen künstlerischen Fähigkeiten an den Tag zu legen.

Auf dem Tanzboden aber ließen sich die Kinder nicht genieren. Zu den Klängen von Salsa und Mamba gingen sie restlos aus sich heraus, jeder nach seinem Stil. Hier erfand man den Tanzkönig aus dem Iran – von Bewunderern umgeben überraschte er sie wieder und wieder mit außergewöhnlichen Tanzschritten. Kunst bringt Gunst!

Im Großen und Ganzen förderten die außergewöhnliche multinationale Atmosphäre, die ungezwungenen Gespräche, bei denen kein Wortschatz fehlte, die leckeren Spezialitäten und das feurige Tanzen vor allem die positiven Äußerungen und trugen zu dem erworbenen guten Ruf des IIK bei. Meine schönen Grüße an die glücklichen Menschen, die die Party nicht versäumten, und Mitgefühl mit denen, die nicht an Bord kommen konnten.

P.S.: Ich danke meinen asiatischen Freundinnen, die ihre Kameras während der ganzen Party nicht aus den Händen gelassen haben, für die wunderbaren Fotos.

Weihnachten in Frankreich – ein Fest der Kulturen

Mittwoch, den 19. Dezember 2007

von Camille V.

„Paris, Anfang Dezember… Im Fernsehen laufen schon ein paar Werbungen, die oft Kinderspielzeuge betreffen… Draußen ist es kalt…. Doch man genießt das Laufen durch erleuchtete Straßen… Überall gibt es Weihnachtsgirlanden, die Leute tragen Weihnachtsgeschenke, durch viele Fenster erkennt man einen geschmückten Weihnachtsbaum und wenn man wirklich friert, kann man auf den Weihnachtsmarkt gehen und Glühwein trinken. Ab Dezember, sogar früher, scheint die zauberhafte Atmosphäre des Weihnachtsfests überall!

Was Kinder in dieser Zeit besonders mögen sind die Weihnachtsschaufenster.

In der Tat gibt es in Paris zwei bekannte Kaufhäuser, deren Schaufenster mit beweglichen Teddys dekoriert sind. Dieses Jahr hat das Kaufhaus „Le Printemps“ das Thema „nordische Weihnacht“ gewählt, während die „Galerie Lafayette“ die „glänzende Weihnacht“ beschwört hat.

Nach den Schaufenstern kann man sich mit dem Weihnachtsmann fotografieren lassen. Ob er der echte Weihnachtsmann ist, kann man nie wirklich sicher sein. Früher haben meine Eltern zu mir gesagt, dass es viele Weihnachtsmannhelfer gibt. Sie unterscheiden sich von dem Weihnachtsmann mit der Farbe der Schuhe. Das war aber nicht eine so deutliche Information! Ich habe sie aber sehr ernst genommen.

Im Dezember feiert man auch das Sankt-Nikolaus-Fest. Diese Tradition kommt aber aus dem Osten. Familien, die nicht im Osten leben oder aus dem Osten kommen, feiern es also nicht. In meiner Familie hat man für dieses Fest immer Honigkuchen bekommen. Dazu auch einen Brief, in dem Sankt Nikolaus zu uns sagte, was wir in dem Jahr gut oder schlecht gemacht hatten. Dadurch haben meinen Eltern sich voll ausgedrückt!

Aber was passiert eigentlich in dem Weihnachtsfest, in der Nacht des 24. Dezember? Und was bedeutet dieses Fest? Weihnachten ist ein christliches Fest, das die Geburt Jesus Christi feiert. Nach einer Umfrage im Jahr 2007 gibt es in Frankreich 51% Katholiken. Nur die Hälfte der Katholiken glauben aber an Gott. 31% sind Atheisten, 4% Muslim, 3% Protestanten und 1% Juden. Selbst wenn die Religion in Frankreich keine so große Rolle spielt und Weihnachten ursprünglich ein religiöses Fest ist, feiert trotzdem die Mehrheit der Franzosen Weihnachten. Dieses Fest ist mehr eine Tradition als ein Band mit der Religion. Deswegen gibt es auch Leute, die nicht christlich sind, die Weihnachten feiern. Der Weihnachtsmann gefällt sehr den Kindern und kann als universell betrachtet werden. Die Leute, die aber an Jesus Christus glauben, gehen aber oft vor dem Essen, am Abend des 24., in die Kirche.

Dann kommt das Essen. Viele Franzosen, die genug Geld dafür haben, geniessen ein Stück „foie gras“ als Vorspeise. Das „foie gras“ ist wörtlich eine fettige Leber, die aus einer Gans oder einer Ente kommt. Um dieses Luxusprodukt zu machen, muss man das Tier mästen. Das bedeutet, dass es zu viel Essen bekommen muss, selbst wenn es satt ist. Dafür muss man gewalttätig sein. Diese Leber schmeckt also sehr gut, aber wird nicht von Tierfreunden gemocht. Als Hauptspeise bekommt man oft eine Gans oder eine Ente mit Maronen. Als Nachtisch isst man einen Kuchen, das „buche“ (auf deutsch „Holzscheit“) genannt wird. Zwischen der Hauptspeise und dem Nachtisch öffnet man die Geschenke. Für die Kinder, die an den Weihnachtsmann glauben, benutzt man eine Schlauheit, damit sie nicht entdecken, dass eigentlich die Eltern diejenigen sind, die die Geschenke bringen.

Weihnachten verbringt man am häufigsten mit seiner Familie. Da meine Eltern nicht so eine gute Beziehung mit der Familie haben, feiern wir aber Weihnachten mit Freunden, die katholisch, jüdisch oder muslimisch sind. An diesem Tag spielt für uns die Religion keine Rolle. Nun ist wichtig ein leckeres Essen mit den Leuten, die am wichtigsten für uns sind, zu verbringen. Weihnachten bedeutet also für uns Teilen, Gastlichkeit, Liebe… ob man an Gott glaubt oder nicht, ob man christlich ist oder nicht: man kann sich an diesem Tag an den gleichen Tisch setzen und etwas zusammen genießen.“

Literarische Reise am Wochenende

Donnerstag, den 18. Oktober 2007

von Nadia Meroni

…nach langen Überlegungen entschloss sie sich diese Reise am folgenden Wochenende zu machen, um ihn dort nach langer Zeit wieder zu treffen. Wie am Telefon abgemacht, nahm sie am nächsten Morgen den Zug und fuhr dorthin, wo sie sich treffen sollten. Während der ganzen Reise dachte sie darüber nach, wie ihre Begegnung sein würde und wie sie die folgenden Tage zusammen verbracht hätten. Mit diesen Gedanken kam sie schon schell ans Ziel und ihre Aufregung war zu diesem Zeitpunkt sehr bemerkbar. Trotzdem versuchte sie ganz natürlich und ruhig zu bleiben, stieg aus dem Zug und schaute sich langsam nach ihm um. Ihre Blicke trafen sich auf einmal unter den vielen Leuten, sie näherten sich gegenseitig und konnten sich endlich begrüßen und umarmen. Ein schönes Gefühl kam plötzlich über sie, so dass es in diesem Moment nichts Besseres geben konnte. Nach einer Weile gingen die beiden zum Auto während sie ununterbrochen über ihre Pläne für den Tag und vergangene Ereignisse miteinander sprachen.

So fuhr das Auto von Deutschland über die Französische Grenze nach Colmar, der nächsten kleinen Stadt auf dem Weg nach Straßburg, wohin sie in den kommende Tagen fahren würden.

Aus dem Fahrzeug beobachtete sie die schöne Landschaft, die sie durchquerten: zuerst die bergige Landschaft, gefolgt von der großen Ebene des Flusses und noch nach weiteren Kilometern die milde hügelige Landschaft der elsässischen Weingebiete, die mit einer goldenen und rötlichen Farbe gefärbt waren. Alle diese weiten Gebiete waren ab und zu nur von wenigen kleinen malerischen Dörfer unterbrochen, die so gut in die Landschaft hineinpassten, dass sie sehr angenehm zu sehen waren. Sie fühlte sich besonders gut, während sie durch die kleinen Gassen spazierte, die mit farbigen Häusern und vielen Blumen verziert waren und einen gemischten Geruch nach Blüten und Herbstdüften in der Luft verbreiteten.

So sahen viele Dörfer aus, die die beiden auf ihrem Weg besichtigten. Sie verbrachten wenige, aber sehr fröhliche Tagen in der entspannende Landschaft und Stimmung dieses Teils von Frankreich, weit von den Gedanken des Alltags, bis der Tag kam, dass sie wieder ihren eigenen Weg gehen mussten.

IIK-Alltag

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

von Nadia Meroni

Seit wenigen Tagen hat Kurs 10 für mich begonnen, deshalb ist für mich beim IIK fast alles gleich wie im letzten Monat. Ich bin seit Anfang September am IIK und der große Unterschied zu diesem Kursbeginn ist, dass ich schon die Uni, die Lehrer, die Umgebung kannte. Im neuen Kurs gibt es viele neue Mitschüler aus sehr unterschiedlichen Ländern wie z.B. China, Taiwan, Peru und relativ wenige, die aus Europäischen Länder kommen. Viele von ihnen sind schon seit längerer Zeit in Deutschland oder beim IIK und kennen sich auch allgemein besser mit dem Uni-Alltagsleben und mit der Stadt aus. Das kann man gut auch am Vormittag merken, wenn einige Mädchen erst nach einer Weile zum Unterricht kommen und an ihrem Aussehen oder an ihrer Stimmung erkennt man, was sie den Abend zuvor gemacht haben…

Unser Lehrer Olav versucht uns alle mit Hörverstehen mit Liedern, Leseverstehen und natürlich mit seinen witzigen Sprüchen wieder aufzuwecken. Damit wir ein bisschen Interesse für Grammatik zeigen, behauptet er „Grammatik sei sexy“ oder während dem Teil „Sprechen“ oder Hausaufgaben korrigieren wirft er einen Ball namens „Diego“ von einem zum anderen.

Eine gute Gelegenheit, meine neuen Mitschüler aber auch andere Leute vom IIK kennen zu lernen, ist der Stammtisch-Abend im Pub O´Reillys in der Altstadt. Das findet normalerweise einmal im Monat statt und zwar kurz nach Beginn der neuen IIK-Kurse. Letzten Dienstag waren alle Leute mir unbekannt, trotzdem habe ich einige sehr sympathische und lustige Jungen aus China kennen gelernt und mit ihnen einen schönen Abend verbracht. Glücklicherweise war der Tag danach Feiertag (3. Oktober), so konnten alle Studenten schön den Abend genießen und den nächsten Tag lange ausschlafen! An diesem Tag eben war hier in Düsseldorf nichts Besonderes los und das hat mich ein bisschen erstaunt, weil ich gehört habe, die Deutschen und besonders die Leute aus den Rhein-Gebieten seien sehr feierlich und jeder Anlass sei für sie eine gute Gelegenheit zu feiern. Auf jeden Fall waren am Nachmittag ganz viele Leute bummeln und spazieren in der Stadt und in den Stadtgärten und haben den warmen sonnigen Tag genossen.