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IIK EXKLUSIV - "GEO-TAG-WORKSHOP"

Idee und Projektleitung:Stadtführung:Unterricht:Autoren:

Inspiriert durch Christoph Bendas "Senghor On The Rocks" www.senghorontherocks.net

Der Düssel-Code

von Kim Kluckhohn (Pädagogischer Leiter DaF)

Institut für Internationale Kommunikation e.V.

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Kapitel 1

Anna Fitzgerald / David Herring

Das Essen war ausgezeichnet und die Atmosphäre im Restaurant sehr gemütlich. Alles war fast perfekt und in dem warmen Licht der brennenden Kerzen sah Katharinas Gesicht sehr hübsch aus. Alexander hat Katharina nur die Nacht vorher zum ersten Mal in der Kunsthalle getroffen, aber von Anfang an hatte er das Gefühl, sich in ihren Augen verlieren zu können. Draußen im Medienhafen war es stürmisch und sie hatten vom Fenster aus die dunkle Masse der am Himmel versammelten Wolken angeschaut. Etwas Spannendes war in der Luft und er wollte Katharina auf einen Spaziergang einladen. Er dachte an die wunderbaren Kunstwerke, die sie die Nacht vorher gesehen hatten und wollte die Unterhaltung an der frischen Luft fortführen und ihre Stimme weiterhören. Er wünschte sich, dass diese Nacht nie zu Ende ginge. Es gab etwas so ungewöhnlich Attraktives in ihren Augen, etwas, das man nicht leicht definieren konnte, wie ein Versprechen, nach dem er schon immer gesucht, es aber noch nicht gefunden hatte. Ein Gewitter war auf dem Weg, der Wind sammelte Stärke, und Blitze leuchteten ab und zu in der Nacht auf. Die dunklen Profile der leeren Gebäude mit ihren ungewöhnlichen Gestalten erschienen fremd und das stille Wasser hatte eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Sie stoppten, um die schiefe Form des Gehry-Gebäudes zu bewundern, während Katharina nach etwas zu sagen suchte; es war schwer an etwas zu denken ...

Eigentlich, dachte sie, lag irgendetwas in der Luft, eine Spannung, ähnlich wie das Knistern zwischen ihr und ihrem Begleiter. Es wäre so leicht gewesen, sich von dieser Intensität verführen zu lassen. Ihre Stimmen wurden etwas gedämpft von dem stürmischen Wind, aber

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auf einmal klang das Geräusch des Windes über dem Wasser wie ein Schrei und das Echo im Hintergrund trug das Gefühl, dass etwas Schreckliches passiert war. Sie konnten in der Finsternis nicht weit sehen, bis ein Blitz plötzlich auf die Oberfläche des Wassers leuchtete und dann waren sie sich sicher, dass der Fluss eine regungslose Gestalt zu ihnen trieb.

Katharina war die erste, die sprach. Es gab ein Tor, das sie überwinden mussten, um eine schmale Treppe entlang zu gehen, die zum Wasser führte. Sie mussten irgendwie den Körper aus dem Wasser ziehen. Sie suchten einen Weg, um ihn näher zum Ufer zu bringen. Katharina entschied sich, ins Wasser zu gehen und versuchte, die ausgestreckte Hand des Körpers zu erreichen. Das Wasser war eiskalt und der Strom machte es schwierig, die Hand zu halten. Sie schaffte es, die Spitze der Finger zu greifen und spürte, dass etwas Weiches in der Hand eingerollt war. Der Körper entglitt ihr: es war sicherlich zu spät für den Mann - die Polizei würde ihn nachher finden, aber was er in der Hand hatte, sollte etwas Wichtiges bedeuten, wenn der Mann es so fest gehalten hatte. Katharina erreichte das Ufer wieder und Alexander schätzte, dass die nasse Sache, die Katharina mitbrachte, ein Zettel war. Er half ihr auf den Boden; sie zitterte und schien tief erschrocken zu sein. Zusammen versuchten sie, den Zettel aufzurollen − in dem schwachen Licht konnten sie nicht klar sehen, aber sie schafften es, die Zeichnung einer weiblichen Elfe mit einem gebrochenen Kelch an ihren Füßen zu erkennen. Auf den gebrochenen Teilen des Kelches − es gab keinen Zweifel − standen in einer dunkelgrünen Farbe in gothischen Buchstaben einige Wörter. Die Farbe hatte etwas abgefärbt, aber Katharina wusste die Bedeutung der Wörter, die auf Mittelhochdeutsch geschrieben waren: in der Schachtel, wo Dunkelheit herrscht, fängt das Licht an. Was konnte das bedeuten?

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Eine Schachtel....die Dunkelheit…das Licht ….und die kleine Elfe mit dem gebrochenen Kelch…es ergab überhaupt keinen Sinn….vielleicht ein verborgenes Geheimnis und Grün die Farbe des Todes und wieder Hoffnung in vergessenen Zeiten. Alexander sah Katharinas Gesicht an, aber er konnte ihren Blick nicht treffen; sie schaute in die Ferne nach oben in die Sterne, ob es da einen nur ihr bekannten Weg gäbe. Sie sah so kühl und unerreichbar aus, wie in einem Traum verloren. Er suchte im Himmel nach dem Endpunkt ihres Blicks, ohne es zu verstehen. Er wollte sie in seine Arme nehmen, etwas tun, um sie aus diesem Zauber heraus zu bringen, aber er hatte Angst, diese begeisterte Stille zu unterbrechen. Trotzdem drehte sie sich zu ihm und sagte: »Ich weiß, ich weiß jetzt, was die Botschaft bedeutet − es ist keine Metapher, sondern die buchstäbliche Übersetzung von ‚Schwarze Schachtel’... eine Black Box! Wir müssen zum Filmmuseum gehen und dort suchen.

Sie folgten dem Weg in Richtung Altstadt, die Rheinpromenade entlang. Die Straßen waren leer und nass, das Heulen des Windes ihre einzige Gesellschaft. In dieser Nacht hatte der Sturm fast alle im Warmen gehalten. Am Ende erreichten sie den Platz vor dem Filmmuseum. Die Atmosphäre an diesem Ort hatte Alexander nicht besonders gefallen: es gab hier etwas Trauriges − man konnte fast Unfertiges sagen − in der Weise, wie die Gebäude und die Treppen eine Fassung um das stille, trübe Wasser bildeten, als ob ein untalentierter Künstler eine Skizze eines modernen Venedigs malen wollte, ohne zu wissen, wie er sein Werk fertig machen konnte.

Sie schafften es, die Frau am Eingang des Filmmuseums zu überreden, ihnen Tickets zu verkaufen, obwohl sie überhaupt nicht begreifen konnte, warum dieses aufgeregte Paar den Eintritt bezahlen wollte,

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obwohl der Film fast zu Ende war. Sie traten in den dunklen Raum des Kinos, ohne zu wissen, was genau sie suchten. Die Beleuchtung der Leinwand war die einzige Lichtquelle und sie wussten, dass sie nur einige Minuten übrig hatten. Irgendwo in diesem Raum musste eine Spur versteckt sein. Als sich Alexander an die Dunkelheit gewöhnt hatte, bemerkte er, dass ein Ticket auf dem Boden in der letzten Reihe lag, kaum ein paar Meter von ihrem Standpunkt entfernt. Ohne sich zu fragen ‚warum’, hob Alexander instinktiv das Ticket auf und schaute schnell darauf − Sitz Nummer 11! Katharina folgte seinem Blick und gleichzeitig verstand sie, was das bedeutete. Unter Sitz 11 hatte jemand in zerknittertem Zeitungspapier etwas hinterlassen. Katharina griff nach dem Objekt und spürte, dass etwas Kaltes hinein gesteckt war, ähnlich kalt wie die Finger der Leiche im Wasser sich angefühlt hatten. Ein Gefühl von Furcht ergriff sie, aber sie riss das Zeug aus dem Papier und versteckte es in ihrer Jacke.

Momente später waren sie wieder draußen an der frischen Luft. Atemlos hielten sie an, um ihren Fund zu untersuchen. Sie starrten ihn fassungslos an…es war einfach unglaublich…es war eine Hand, eine Hand aus Marmor, die einmal zu einer Statue gehört haben musste.

Katharina schlief unruhig auf ihrem Sofa, ihr mahagonifarbenes Haar auf einem Kissen liegend und eine angespannte Mimik in ihrem Gesicht. Alexander streckte sich und er seufzte. Es war gar nicht das, was er die Nacht vorher erhofft hatte, als er sich fertig machte, um auszugehen…etwas Romantisches…Aufregendes…alles kam aber ganz anders… Seine Wohnung lag ganz in der Nähe des Museums und die beiden waren erschöpft und nass, sie mussten wenigstens einige Stunden Schlaf finden. Er machte das Fenster auf, die gelben Rosen hatten begonnen zu blühen und der süße, intensive Duft stieg zu ihm auf.

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Er atmete tief und fühlte sich außergewöhnlich wach in dieser seltsamen Nacht und irgendwie froh, lebendig zu sein. Er schaute in die Ferne, wo die ersten Strahlen der Sonne begannen, den Himmel zu färben, und für einen Moment konnte er zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden. Trotzdem kam ihm die intensive Überzeugung, dass irgendwo dort, in der Mitte des Nichts, wo die sterbende Finsternis das Licht des Morgens traf, die Lösung auf ihn wartete.

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Kapitel 2

Kamonchanok Chaipak / Nejad Bayburtlugi / Vasileios Zarifopoulos

Dienstagmorgen ging Katharina zur Universität. Sie hatte Unterricht. Die Studentin hatte eine Diplomarbeit über eine Skulptur und Kunstgeschichte geschrieben. Sie forschte über einen Künstler, der mit einer Mixtechnik arbeitete und Teile sammelte, die zusammen eine Skulptur ergeben. Katharina war sehr interessiert daran. Deshalb rief sie Alexander an und fragte ihn, ob sie am Nachmittag zur Brauerei gehen könnten. Dann trafen sie sich vor der Brauerei »Uerige« in der Altstadt. Sie tranken Altbier und aßen Würstchen mit Kartoffelsalat. Ein Kellner fand den Arm ohne Hand, der ein Teil der Skulptur war. Der Kellner kannte Katharina und er wollte ihr den fehlenden Arm geben. Dann diskutierte er mit Alexander und Katharina über den Bürgermeister und seine geheime Kunstsammlung. Der Kellner sagte, dass Herr Dunkelmann für viele Jahre Bürgermeister von Düsseldorf war und er sammelte Kunstwerke, um eine komplette Sammlung zu besitzen. Katharina wusste schon über diese Sammlung Bescheid und sie fragte ihn nach der Skulptur. Der Kellner antwortete, dass er eine Archäologin kenne. »Wo können wir diese Frau finden?« fragte Alexander. »Die Frau beging Selbstmord und keiner weiß warum.« sagte der Kellner. Dann fragte Alexander, ob die Archäologin im Rathaus gearbeitet hatte. Der Kellner sagte, dass das richtig war, sie arbeitete drei Jahre im Rathaus. Katharina war sicher, dass es möglich war, dass sich ein Teil der Skulptur im Rathaus befand. Alexander hatte eine Idee. Er fragte Katharina, ob sie mit ihm einen Einbruch im Rathaus begehen wollte. »Du hast einen Vogel!« sagte Katharina. »Warum nicht?« fragte Alexander und er erklärte ihr, dass sie keine Chance auf einen normalen Besuch im Rathaus hatten.

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Katharina fand es sehr gefährlich, aber sie wollte die geheime Sammlung sehen.

Sie gingen zu Katharina nach Hause und versteckten den Arm, den sie gefunden hatten. Katharina hatte einen alten Lageplan des Rathauses. Sie diskutierten darüber und sie fanden ein altes, kaputtes Fenster. Um Mitternacht gingen sie zum Burgplatz und brachen in das Rathaus ein. Sie stiegen heimlich auf der nördlichen Seite ein. Sie schafften es leicht bis in den Keller, wo die Sammlung war. Viele Bilder waren im Keller und an der Wand stand ein Torso von einer Frau. Es hatte die gleiche Farbe wie die anderen Teile und Alexander war sicher, dass der Torso ein Teil der Skulptur war. Er war schwer und sie versuchten langsam, den Torso aus dem Rathaus zu transportierten. Niemand war dort und sie hatten genug Zeit dafür. Sie fuhren mit Katharinas Auto nach Hause.

Beide waren sehr müde, aber am nächsten Tag wollten sie eine Ausstellung in der Galerie der Kunstakademie besuchen. Am Mittwochmorgen gingen sie in die Ausstellung und sie hatten die Chance, mit einem Professor über die Skulptur zu diskutieren. Alexander war ein alter Freund des Professors und er fragte ihn, ob er genug Zeit für sie hätte. Der Professor war sehr glücklich über Alexanders Besuch. In der Ausstellung gab es viele Besucher und der Professor musste mit ihnen Zeit verbringen. Deshalb sagte er Alexander und Katharina ab, in der Ausstellung über das Thema zu sprechen und lud sie in sein Atelier ein. Es war im Ratinger Tor. Alexander wollte unbedingt mit dem Professor reden. Und er wollte es auch, weil die Skulptur der wichtigste Teil der Sammlung war. Der Professor sagte ihm, dass die komplette Sammlung von Anna Maria Louisa von Medikus eine ungewöhnliche Energie hatte. »Die Personen können erst durch die komplette Sammlung unsterblich

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werden« sagte der Professor. Alexander sagte, dass sie über die Skulptur sprechen sollten. Danach machte der Professor einen Vorschlag, den Alexander niemals annehmen konnte. Er wollte Geld dafür bezahlen. Allerdings ärgerte Alexander sich darüber. Deshalb diskutierten sie. Alexander sagte mit ernstem Ton, dass es unmöglich war. Er wollte endgültig die anderen Teile bekommen. Er wollte sein Bestes dafür geben. Alexander schlug vor, zusammen zu forschen. Sie wollten den Professor überzeugen. »Es wäre schön« dachte er, wenn er von dem Wissen des Professors profitieren könnte.

Als sie über die Königsallee spazieren gingen, trafen sie glücklicherweise den Professor. Sie wollten etwas trinken gehen und sich über die Teile der Skulptur unterhalten. Es war kalt und es regnete. Deshalb konnten sie nicht mehr laufen. Der Professor schlug ihnen vor, ein Altbier zu trinken. Er lud sie ein. Sie sahen einen alten Obdachlosen, der schrie: »Hilfe, der Mann ertrinkt.« Alexander und Katharina kamen sofort. Alexander sprang ins Wasser und fand so die anderen Teile der Skulptur. Zuerst konnte er nicht bemerken, ob der Mann wirklich ein Mann war. Dann bemerkte er, dass es ein Teil der Skulptur war. Es sah aus wie ein Bein und er nahm es mit.

Alexander und Katharina trafen sie sich am Eingang des Schauspielhauses. Das Stück, das dort gespielt wurde, handelte von der verbotenen Liebe des Königs Jan Wellem. Maria von Medikus war Kunstsammlerin und sie besaß eine Statue von einer anderen Frau. Einer Sage nach war dies die Skulptur der Frau, die Jan Wellem liebte. Dann gingen Alexander und Katharina nach Hause.

Während der Renovierung des 3-Scheiben-Hauses fand ein Arbeiter einen anderen Teil der Skulptur. Alexander und Katharina besuchten einen Schauspieler, der den Arbeiter

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gesehen hatte. Der Schauspieler nahm die Teile der Skulptur. Er war Katharinas Nachbar. Deswegen fragte er sie, ob Katharina die Bedeutung der Skulptur wüsste. Also nahm Katharina die Teile und ging nach Hause. Dann rief sie Alexander an und beschrieb ihm die Teile der Skulptur. Alexander war sicher, dass es die kompletten Arme der Skulptur waren.

Am Donnerstagabend um 19 Uhr hatten sie einen Termin bei dem Professor. Sie gingen ins Atelier am Hofgarten und fanden den Professor. Er war tot. Sie gerieten beide in Panik.

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Kapitel 3

Yukako Kuboki / Pawinrat Mahaguna / Peter Karimurio

Plötzlich hörten sie ein Quak-Quak. »Was könnte das sein?« fragte Alexander. Obwohl sie Angst hatten, gingen sie in Richtung der Geräusche, in der Hoffnung, dort Spuren zu finden. Je näher sie kamen, desto lauter wurden die Geräusche. Im Dunkeln sahen sie nur eine Silhouette, die sich gar nicht bewegte, aber sehr lärmend war. Wieder wurden sie in Angst versetzt, liefen aber trotzdem weiter. Dann wurde ihnen klar, dass es eine Fontäne war, die die Geräusche verursachte. Am Rand der Fontäne waren drei Frösche, die von drei Figuren aus Stein beobachtet wurden. Die Figuren waren Kinder. Plötzlich brachten die Kinder und die Frösche einzelne Wörter zur Äußerung. Alexander und Katharina verstanden die Worte: »Fluss. Oberkassel. Fluss. Oberkassel.«. Und dann immer schneller und immer lauter: »Fluss. Oberkassel. Fluss. Oberkassel.« Wie ohnmächtig standen Alexander und Katharina ein paar Sekunden bewegungslos da. Dann plötzlich liefen sie los.

Erst gegen halb neun hielten die beiden an, um wieder ihren regelmäßigen Atem zu finden. Jetzt konnten sie sich Gedanken machen, was die einzelnen Wörter hätten bedeuten können. »Vielleicht ist das ja unsere heißeste Spur!« sagte Katharina, während sie ihre Hand auf Alexanders Schulter legte. »Lass uns die Wörter der Fontäne glauben! Wir müssen nach Oberkassel gehen und es probieren!« »Meinst du, wir sollen sprechenden Figuren aus Stein glauben? Also stellst du dir vor, dass wir vielleicht in Oberkassel oder am Rhein etwas finden?« Die Nacht wurde jeden Moment noch dunkler. Es war kaum jemand zu sehen und auch der öffentliche Verkehr auf der Straße war nicht mehr vorhanden.

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Noch mysteriöser waren die lauten Eulen am Ratinger Tor. An dieser Kreuzung fuhr kein einziges Auto und die Ampel war sehr lange schon rot geblieben. »Wer soll uns denn helfen? Also ich meine, Oberkassel ist weit entfernt und der Kopf der Skulptur könnte überall sein,« sagte Katharina. »Aber ich bin ganz sicher, dass wir genauere Hinweise in der Nähe von der Oberkasseler Brücke finden können. Ah! Der alte Wächter der Kunstakademie, die in der Nähe der Brücke liegt, müsste bestimmt wissen, wenn an diesem Ort in der letzten Zeit etwas Besonderes passiert ist.

Nach einer freundlichen Unterhaltung mit dem Wächter fanden Alexander und Katharina heraus, dass er schon 55 Jahre in seiner Position bei der Kunstakademie gearbeitet hatte. Ganz langsam und deutlich erklärte er, wie vor 50 Jahren, in einer Nacht genau so dunkel wie dieser, zwei Männer einen kantigen Felsen unter der Oberkasseler Brücke versteckt hatten. Fast 50 Jahre lang sei weder er noch jemand anderes jemals dort hinunter gegangen. Alexander und Katharina wussten nicht, ob es Pech oder Glück war, dass der Wächter sie schon erwartet hatte. Doch egal, welches von beiden zutraf, die Hinweise konnten nur zu klar verbunden werden. »Alles macht nun einen Sinn! Unter der Brücke müssen Teile der Skulptur sein. Gehen wir denn da runter oder könnte das gefährlich sein?« fragte Alex. »Das ist doch egal! Wir sind schon so weit gekommen!« antwortete Katharina, die ihn schon an der Hand genommen hatte. Als wären sie plötzlich Extremsportler geworden, kamen sie innerhalb von Minuten unter die Brücke. Sie konnten nur noch an das Ziel denken: Die Idee von der Unsterblichkeit machte sie besessen und gab ihnen die Kraft weiter zu machen.

»Links!« »Nein, rechts!« »Sei vorsichtig!« »Ein Loch!« »Was? Wo?« »Ganz ruhig!« »Was für Augen sind das da

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drüben?« »Bitte, keine Panik!« »Es kann ein Tier sein!« »Nein, nein, hier gibt es keine Tiere!« »Bleib ruhig, Schatz!«…

Hinter dicken Spinnweben wurden ihre Träume letztendlich realistischer. Da lag es, das letzte Stück der Skulptur. Zwischen den großen Bolzen der Brücke und dem tiefen, rheinischen Wasser. Da lag der Kopf. Jemand hatte ein Loch in den Felsen gehauen und das Stück der Skulptur hineingelegt. Sie hoben es hoch und der arme Alexander musste das gesamte Gewicht des schweren Kopfes tragen. Mit großen, faszinierten Augen half Katharina ihm, den Stein nach oben auf die Brücke zu bringen. Sie schafften die Strecke bis zur Tonhalle mit letzter Kraft. Dorthin, wo sie auch die anderen Teile gelagert hatten, brachten sie den letzten Teil. Als sie den Kopf auf die Skulptur setzten und sie damit komplett machten, öffnete sich langsam mit ohrenbetäubendem Lärm die Kuppel der Tonhalle. Sie sahen die Nacht, die plötzlich so hell wie der Tag geworden war. Die Sterne färbten sich komischerweise dunkelblau und grün. Eine mysteriöse Energie durchfloss das gesamte Gebäude.

Das Liebespaar umarmte sich fest. Mit hohen Stimmen schrieen sie: »Aaaaaaah…«

Medienhafen

Der Medienhafen ist ein Stadtteil Düsseldorfs, in dem man viele schön entworfene Gebäude besichtigen kann. Der Hafen ist auch ein wichtiger Treffpunkt für das Wirtschaftsleben der Stadt. Touristen sammeln sich in der warmen Sommerluft, um den Rhein zu genießen und um die Architektur der Stadt, die den heutigen und vergangenen Stil vereint, zu erfahren.

Gehry-Gebäude

Das weltbekannte Gebäude des Architekten Frank Gehry steht am Ufer des Rheins. Die abgeschrägten Wände sind eine typische Eigenschaft für diesen berühmten Designer. Deswegen ist dieses Gebäude ein Muss für alle Touristen.

Rheinpromenade

Hier läuft man die Altstadt entlang und erlebt die verschiedenen Gerüche und Geräusche einer echten deutschen Großstadt. Man kann die uralte Geschichte Düsseldorfs entdecken oder das berühmte Altbier mit Freunden in einem der zahlreichen Cafés trinken. Angenehmen Aufenthalt und Prost!

Kunstakademie

Die Kunstakademie wurde als Zeichen- und Malereischule von Friedrich Wilhelm von Schadow, dem ersten Leiter, im 18. Jahrhundert gegründet. Sie war und ist noch immer eine der berühmtesten Kunstschulen in Europa. Wer hier studierte, hatte als Künstler seine weltweite Anerkennung gefunden und auch sein Einkommen gesichert.

Königsallee

Die »Kö« ist die berühmte Einkaufsstraße Düsseldorfs, wo man teure und hochwertige Produkte kaufen kann. Umgangssprachlich nennt man die Leute, die dort einkaufen, auch »Schicki-Micki«. Außerdem gibt es viele Luxusrestaurants und Cafés, in denen sich die Menschen nach dem anstrengenden Einkaufen entspannen können.

Schauspielhaus

Das Schauspielhaus ist wichtig für die Düsseldorfer, weil sich fast jeder Einwohner mit Kunst und Theater beschäftigt. Die Tradition des Hauses geht auf das Jahr 1747 zurück. Auf vier Bühnen finden fast täglich empfehlenswerte Theaterstücke statt.

3-Scheiben-Haus

Das schöne und berühmte Gebäude steht mitten im Zentrum von Düsseldorf. Es besteht aus drei einzelnen Gebäuden, die nur durch ein Treppenhaus verbunden sind. Weil es aussieht wie drei einzelne Scheiben nennt man es das 3-Scheiben-Haus. In dem 94m hohen Komplex gibt es viele Büros, die zu ThyssenKrupp gehören.

Hofgarten

Bis 1803 fand man die Düsseldorfer Stadtmauer in dem Bereich des heutigen Hofgartens. Nachdem Napoleon Düsseldorf erobert hatte, musste die Mauer abgerissen werden. Auf diesem Platz wurde ein Park errichtet (später Hofgarten genannt). Es war einer der ersten Grünbereiche einer Stadt in Deutschland.

Tonhalle

Die Tonhalle wurde erst im Jahr 1925 gebaut als das damals größte Planetarium der Welt. Nach der Zerstörung der Stadt während des Krieges wurde in Düsseldorf ein neuer moderner Konzertsaal benötigt. Die heutige Tonhalle wurde im Jahr 2005 modernisiert. In dieser 31m hohen Halle finden Konzerte fast aller Musikgenres statt.

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