Monatsarchiv für April 2009

Ausländer und Einheimische – Probleme und Lösungen

Freitag, den 3. April 2009

von Marilena Makrigianni, George Nippis und Hansen Yen

Dieser Text ist im IIK-Wiki (kooperatives Schreiben) zum Thema „Interkultutrelle Probleme“ entstanden.

Das Phänomen der Globalisierung hat heutzutage die Welt erobert. Die zunehmende Maximierung des Profits und die Minimierung der Kosten führen zur Suche nach neuen Märkten. Wirtschaftliche Übernahmen und Fusionen weltweit verursachen die Umstellung der Arbeitskraft. Viele Leute, die eine bessere Zukunft suchen, wandern in andere Länder aus. Diese Suche nach besseren Perspektiven im Leben in Kombination mit der Internationalisierung der Produktion hat zu einer interkulturellen Gesellschaft geführt.

Aber was bedeutet eigentlich „interkulturell“? „Interkulturell“ bezeichnet eine Situation, in der mehrere Kulturen miteinander in Beziehung stehen. Das bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, verschiedenen Sprachen, Nationalitäten und Religionen in derselben Gesellschaft zusammenleben. Durch diese kulturellen Unterschiede ergeben sich verschiedene Traditionen, Lebensstile und Vorstellungen von Werten und Ethik. Die unterschiedlichen Kulturen koexistieren und ebenso beeinflussen sie einander in der Gesellschaft. Dadurch werden zwar positive Funken hergestellt, aber häufig werden auch interkulturelle Probleme verursacht.

Für eine interkulturelle Gesellschaft ist es wichtig, dass sie zum Aufbau von Toleranz führt. Jeder muss lernen, den anderen zu respektieren und niemanden wegen seiner Religion oder seiner Bräuche zu verurteilen, denn sonst kann diese Gesellschaft sich nicht weiter entwickeln. Wenn die Menschen lernen, andere Menschen und ihre Lebensweisen zu respektieren, fällt es ihnen auch wesentlich leichter, anderen Dingen gegenüber tolerant zu sein. Aber wenn es keine Toleranz gibt, treten mehr Probleme auf, wie Aggressivität, Unsicherheit, Introvertiertheit, Diskriminierung und Isolierung. Der Mangel an Respekt und auch die problematische Erziehung in der Schule und Familie sind eigentlich die Hauptgründe dafür, dass verschiedene Kulturen von Einheimischen nicht akzeptiert werden. Die fehlende Toleranz auf beiden Seiten schadet der Beziehung zwischen Leuten und verringert die Perspektiven, dass sich eine interkulturelle Gesellschaft verwirklicht.

Ein gleichermaßen wichtiges Problem ist die Kommunikation und der Kontakt mit anderen Leuten. Die Sprache spielt eine große Rolle und ohne diese können Ausländer nicht überleben. Sogar im Arbeitsumgang ist die Kenntnis der lokalen Sprache gefordet. Die Beherrschung der lokalen Sprache durch die Ausländer wird normalerweise von den Einheimischen besonders respektiert und bringt die verschiedene Leute einander näher. Die wichtigste Rolle spielt der jüngere Teil der Bevölkerung, der offener ist, vielleicht im Ausland studiert und daher keine Angst vor Fremden hat. Leider führen die Schwierigkeiten der Kommunikation oft zur Isolation der Ausländer. Manchmal haben isolierte Gruppen sogar keine Verbindung zu den Einheimischen. Sie haben bestimmte Treffpunkte oder Verbände und vermeiden den Umgang mit anderen. Wegen der Isolation werden sie nicht integretiert, deswegen werden sie manchmal zu kriminellen Taten verleitet. Die Kriminalität ist gestiegen und die Angelegenheit verursacht mehr Isolation – ein Teufelskreis.

Die Akzeptanz anderer Zivilisationen durch die Einheimischen setzt nicht ihre eigene Zivilisation aufs Spiel. Trotzdem haben sie in solchen Situationen Angst davor. Zum Beispiel wurde im Dezember 2003 in Frankreich das Kopftuch, das ein Symbol der isalamischen Religion ist, in Schulen und Universitäten verboten, weil es nicht in Einklang mit der europäischen Kultur stand. Die Reaktion der Muslime kam sofort und in allen Medien wurde betont, dass das Verbot des Kopftuchs in Frankreich nur Probleme schaffen könne.

In einer interkulturellen Gesellschaft müssen die verschiedenen Kulturen aufeinander zu gehen. Man muss versuchen, gemeinsam und nicht gegeneinander zu leben. Nur wenn alle zusammenarbeiten und voneinander lernen, können die Lücken in der Gesellschaft geschlossen werden. Der Gedanke an eine ideale interkulturelle Gesellschaft ohne Vorurteile und mit Gleichberechtigung aller Menschen kann nur langsam und schwer verwirklicht werden und nur, wenn die Menschen sich große Mühe geben.

Wie die Deutschen leben

Mittwoch, den 1. April 2009

von Chieh-Hsuan Huang und Hassan Farag

Dieser Text ist im IIK-Wiki (kooperatives Schreiben) zum Thema „Typisch Deutsch“ entstanden.

„Zwei ganz verschiedene Dinge behagen uns gleichermaßen: die Gewohnheit und das Neue.“ – Jean de La Bruyère, Die Charaktere.

Jedes Land und jede Nation hat eigene Traditionen, Mentalitäten und Gewohnheiten. Damit man als Ausländer den kulturellen Schock in Deutschland vermeiden kann und sich der deutschen Gesellschaft anpassen und sich integrieren kann, sollte man kennenlernen, was typisch Deutsch ist. Wir wohnen seit einiger Zeit in Deutschland. Möglicherweise sind uns und Ausländern allgemein die Mentalitäten und Gewohnheiten der Deutschen nicht so bekannt. Deshalb versuchen wir, Ihnen die wichtigsten Aspekte, die typisch Deutsch sind, in diesem Text kurz vorzustellen.

Deutschland ist ein großes und uraltes Land in Europa, das eine über 500.000 Jahre alte Geschichte und über 6000 schöne Schlösser und Herrenhäuser hat. Es ist selbstverständlich, dass Deutschland sowohl viele Dialekte als auch viele Traditionen hat, die von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich sind. Deswegen sind hier nur allgemeine Informationen dargestellt.

Besuchen und Treffen:
-Mit Bekannten: Der/die Gastgeber/in muss vor dem Treffen/Besuch erst infomiert werden und es wäre besser, wenn ein Geschenk mitgebracht wird. Schokolade oder Rotwein ist immer angemessen.
-Bei den Behörden: Ein Termin muss im Voraus vereinbart werden und Geschenke sind auf keinen Fall akzeptabel.

Begrüßung:
-Beim ersten Treffen: Erst wird die Frau begrüßt, dann werden der Mann und das Kind begrüßt.
-Mit Bekannten und Freunden: Die Frauen küssen sich zwei Mal auf die Wange, ein Mal links und ein Mal rechts, und die Männer  geben sich nur die Hände. Fast immer duzen sie einander.
-Bei deutschen Katholiken ist es so, wenn zwei Personen zwei ander Personen treffen, dürfen sich nicht alle vier gleichzeitig schräg die Händ geben derart, dass ein Kreuz gebildet wird, weil es nach der Religionsvorschrift ein Tabu ist.
-Bei den Behörden: Frauen und Männer begrüßen sich nur mit Handdruck, wenn überhaupt. Immer siezen sie einander und auf keinen Fall duzen sie sich.

Vorrangstellung:
-Ladys first: Erst haben die älteren Frauen und die älteren Männer den Vorrang bei Eingang, Ausgang oder beim Servieren des Essens, dann haben die jüngeren Frauen und die jungeren Männer den Vorrang, am Ende kommen die Kinder, ob sie Junge oder Mädchen sind, ist egal.

Essen:
-Die Deutschen kochen gerne, weil das leckere Essen mit Liebe verbunden ist. Wie das deutsche Sprichwort sagt: Liebe geht durch den Magen.
-Die Deutschen legen auch viel Wert auf Frühstück und auf Mittagessen, die beide Mahlzeiten sind wichtiger bei den Deutschen als das Abendessen. Während des Essens sind Nase putzen, Rülpsen, Schlürfen und Fotografieren unangenehm.
-Die Deutschen haben zehn Lieblingsspeisen: An erster Stelle steht „Spaghetti Bolognese“, dann „das Wiener Schnitzel“ und „Pizza Margherita“. Danach kommt „die Rinderroulade“ und „das Rindersteak“. Danach folgt „die Gemüsesuppe“ und „die Lasagne“. Vor dem „Gulasch“ ist „der Spargel“ beliebt. An letzter Stelle steht „der Sauerbraten“.

Trinken:
Die Deutschen trinken gerne sowohl alkoholische Getränke als auch alkoholfreie Getränke. Der Trend ist bei Erwachsenen und Jugendlichen unterschiedlich.
-Alkoholfreie Getränke: Am beliebtesten ist Kaffee. Der Deutsche Kaffeeverband berichtete im Jahr 2008, dass ein/eine Deutsche ca. 146 Liter Kaffee im Jahr trinke. Dann folgt das Mineralwasser und Wasser mit leichtem Fruchtsaftanteil. Der Trend geht bei den Deutschen heutzutage zum (Near-Water) wie Apfel-Mirabelle, Sternfrucht Lotusblüte und Pfrisch-Zitrone. Danach kommt die Apfelschorle und als letztes Smoothies.
-Alkoholische Getränke: Am beliebtesten ist Rotwein, dann folgen Sekt und Weißwein. Außerdem sind Weizenbier, Glühwein, Weißweinschorle und Apfelwein beliebt. Bier (Alcopops) ist bei Jugendlichen am beliebtesten.

Kuchen:
Die Deutschen haben zwar viele verschiedene leckere Kuchensorten, aber die beliebtesten Kuchen sind Zwiebelkuchen und Rhabarberkuchen.

Restaurant:
-Seit September gilt Rauchverbot in allen Restaurants in Deutschland.
-Hunde im Restaurant: Die allgemeinen Restaurantsregel gelten natürlich auch in Deutschland. Aber typisch Deutsch ist, dass man den Hund ins Restaurant mit hinein nehmen darf und der Hund seinen Teller auf dem Boden bekommt.
-Wenn man Gabel und Messer nebeneinander nach dem Essen auf den Teller legt, bedeutet es, ich bin mit dem Essen fertig und bitte abräumen.
-Beim Bezahlen wird Wasser auch mit berechnet.
-Getrennt bezahlen: Wenn man nicht eingeladen ist oder wenn man niemanden eingeladen hat, wird die Zahlung derart getrennt, dass jeder für sich bezahlt.
-Die Deutschen bezahlen auch gerne Trinkgeld (etwa fünf Prozent der Summe).

Typisch deutsche Frauen:
Eine deutsche Frau will immer so selbständig sein, dass keiner, auch ihr Partner, sich in ihre Dinge einmischt. Zumeist denken deutsche Frauen ab 30 daran, eine Familie zu gründen oder eine feste Beziehung zu haben. Ihre Hobbys sind Schuhe, Taschen und Make-up. Sie bevorzugen Männer, die Machos und US-Amerikaner sind und braune Haut haben. Darüber hinaus wäre der Mann fast perfekt, wenn er auch Spanisch spricht.

Typisch deutsche Männer:
Die meisten deutschen Männer sind Fußballfans. Ihre Hobbys sind Autos, Sport und Muskeln aufbauen. Deutsche Männer stehen auf Frauen, die folgende Eigenschaften haben: Eine schlanke Figur, große Brüste, braune Haut, schwarze Harre, eine gute Persönlichkeit, Herkunft aus Spanien. Eine Frau ist bevorzugt, wenn sie herrlich duftet und ein dünnes Kleid trägt, besonders am Abend.

Pünklichkeit:
Ich habe mich öfter gefragt, ob Engländer oder Deutsche pünktlicher sind. Die Deutschen legen viel Wert auf Pünktlichkeit.
-Aber etwas ist typisch: Die Deutschen gehen entweder pünktlich oder fünf Minuten früher zu einem Termin oder zu einer Einladung, weil ein deutsches Sprichwort sagt: Fünf Minuten vor der Zeit ist des Kaisers Pünklichkeit.
-Wenn die Deutschen auf „eine große Party“ eingeladen werden, gehen sie ca. eine halbe Stunde später und lassen dem/der Gastgeber/in genug Zeit für die Vorbereitungen.

Typisch Deutsch im Alltag:
-Die Deutschen nehmen die US-Amerikaner als Vorbild im Leben.
-Nase putzen: Wenn ein/eine Deutsche/r erkältet ist und sich in der Öffentlichkeit die Nase putzen möchte, versucht er/sie, es diskret zu tun.
-Die Nummer 08-15: Wenn etwas schlecht ist, nennen sie es 08-15.
-Vor der Geburtstagsparty gratulieren die Deutschen nicht zum Geburtstag, weil es Unglück bringt.
-Die Deutschen ziehen die Nachbarn den Verwandten vor, weil sie näher als die Verwandten sind.
-Die Deutschen sind sehr fleißig und arbeiten gerne. Dafür sagen sie immer: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
-Die Deutschen feieren gerne das Oktoberfest und im Karnaval.
-Wenn sie Spaß machen, sagen sie häufig am Ende oder sofort: „Spaß“ oder „das war Spaß“, um Missverständnisse zu vermeiden.
-Die Deutschen rechnen immer noch in der alten Währung „Deutsche Mark“.
-Finger knacken. Darüber regen sich die Deutschen sehr auf.
-Wenn sie nichts zu reden haben, sprechen sie über das Wetter.
-Deutschland ist eine „Kuli-Klauer-Nation“. Sie nehmen gerne den Kuli des/der Kollege/in mit.
-Die Deutschen leben nach einem „Plan“. Für alles wird geplant.
-Wenn die Deutschen ein sich küssendes junges Pärchen irgendwo sehen, lächeln sie und denken: „Ach, wie schön ist es, verliebt zu sein“.

Ordnung:
-Im sehr berühmten Lied „Deutschland“ zeigen „Die Prinzen“ manche Charakterzüge, die die Deutschen haben. Einer von ihnen ist Ordnung. Sie singen: „Wir steh’n auf Ordnung und Sauberkeit.“
-In der Sprache können wir hören, dass eine Sache „an Ort und Stelle erledigt wird“ oder „in Ordnung ist.“ Es bedeutet, dass die Sache gut gemacht wird. Wenn die Dinge der deutschen Ordnung entsprechen, ist ein Deutscher zufrieden.

Hoffentlich, lieber/liebe Leser/in, konnten wir Ihnen etwas über die schönen und wunderbaren deutschen Gewohnheiten informieren. Denjenigen, die sich gerne testen möchten, ob sie Deutsch sind oder nicht, empfehle ich diese Seite. Außerdem emfpehle ich auch das Lied „Deutsche“ von Basta zu hören.