Eine kleine Stadtgeschichte Düsseldorfs

von Rosalina Ramiro und Juan Manuel Gil Roman

Dieser Text ist im IIK-Wiki (kooperatives Schreiben) zum Thema „Düsseldorf“ entstanden.

Die Neandertaler wohnten in der Umgebung von Düsseldorf seit der Steinzeit, vor etwa 100.000 bis 40.000 Jahren. Dieser Name kam von dem Fundort Neanderthal, etwa 4 km östlich des Stadtgebiets. Man hat Funde menschlicher Kultur gefunden, die aus der Bronzezeit (1800 bis 700 vor Christus) und der vorrömischen Eisenzeit (700 bis um Christus Geburt) stammen.

Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Düsseldorf gehen auf das Jahr 1185 zurück. Es gibt ein Schreinbuch, in dem diese Stadt „Dusseldorp“ gennant wird. Düsseldorf verwandelt sich nicht in eine Stadt bis zum Jahr 1288, nach der Niederlage von Köln im Kampf von Worringen. Dieser Kampf wird die Rivalität zwischen den beiden Städten markieren. Man kann sagen, dass sich diese Rivalität bis heutzutage hält.

Düsseldorf erfuhr ein schnelles Wachstum und erlebte seine Goldzeit unter dem Mandat von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, der die Stadt von 1679 bis 1716 regierte. Nach dem Tod Johann Wilhelms verfiel die Stadt in einen langen und langsamen Abstieg.

1773 wurde die älteste Kunstakademie Europas gegründet. Bekannte Künstler studierten oder lehrten in dieser Akademie, wie zum Beispiel Paul Klee, Nam June Paik und Joseph Beuys.

Die französische Armee bombardierte 1795 die Stadt und radierte seine Befestigungen aus, die später in Parks und Gärten umgewandelt wurden.

1797 wurde Heinrich Heine, einer der größten deustchen Dichter, geboren.

Napoleon I. gründete 1805 das Großherzogtum Berg im Rahmen des Rheinbündnis und Düsseldorf wurde zur Haupstadt ernannt. Die Herzöge von Berg residierten in einem Schloss, in dem andere bekannte Persönlichkeiten wohnten, wie zum Beispiel Joachim Murat und Jérôme Bonaparte.

Nach dem Absturz des französischen Kaisserreichs von Napoleon verordnete der Kongress von Wien, dass das Herzogtum zu Preußen gehörte. 1815 wurde Düsseldorf vom preußischen König Friedrich Wilhelm in Besitz genommen.

Durch die Industrialisierung gewann Düsseldorf seine wirtschaftliche Kraft wieder. Die neuen Maschinen schufen Reichtum und die Stadt wuchs unaufhörlich. Neue Brücken wurden gebaut, um die Expansion am anderen Rhein-Ufer zu erleichtern. Viele Industriebetriebe siedelten sich in der Stadt an, wie zum Beispiel die Glashütte, das Textilgewerbe oder die Stahlwerke.

Die belgischen und französischen Truppen besetzten Düsseldorf von 1921 bis 1925 nach dem Absturz des Zweiten Reichs im Ersten Weltkrieg.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden mehr als 80 Prozent der Stadtmitte Düsseldorfs zerstört und es überlebten nur 249 Personen einer jüdischen Gemeinschaft mit 5100 Menschen. Nach dem Krieg gründeten 1946 die Briten das Land Nordrhein-Westfalen und Düsseldorf wurde zur Haupstadt ernannt.

Heutzutage haben viele Versicherungs-, Fernmelde- und Werbeunternehmen sowie zahlreiche Banken und japanische Firmen ihren Sitz in Düsseldorf. Die Stadt wurde zu einer Dienstleistungstadt, in der mehr als 3000 internationale Firmen ihren europäischen Sitz haben.

Wichtige Menschen aus Düsseldorf:

Johann Wilhem von der Pfalz

Johann Wilhelm von der Pfalz, auch Jan Wellem gennant, geboren in Düsseldorf am 19. April 1658, gestorben in Düsseldorf am 8. Juni 1716.

Johann Wilhelm war der älteste Sohn vom Philipp Wilhelm, der die folgenden Titel besaß: Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich und Berg, Kurfürst von der Pfalz.

Da Frankreich auch Anspruch auf die Kurpfalz beantragte, verheiratete Philipp Wilhelm 1678 seinen Sohn Johann Wilhelm mit der Erzherzogin Maria Anna Josepha, Tochter des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand III. und seiner Gattin Prinzessin Eleonora Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers. 1679 setzte Philipp Wilhelm ihn als Statthalter von Düsseldorf ein. Der Vater überlies seinem Sohn Johann den jülich-bergischen Länderkomplex und ab dann nannte sich der Sohn Johann Wilhelm II., Herzog von Jülich und Berg. Um sich gegen Frankreich zu schützen, verheiratete Philipp Wilhelm seine Tochter Sophie mit König Peter II. von Portugal und seine Tochter Maria Anna mit dem spanischen König Karl II. Zusätlich trat er der Augsburger Allianz bei, die ein Bündnis gegen die Expansion Frankreichs darstellte. Dies alles ermöglichte Philipp, sich ganz der Kurpfalz zu widmen. Doch trotz aller Bündnisse konnte der Angriff Ludwigs XIV. auf die Kurpfalz nicht verhindert werden. Nach Mannheim und Frankenthal fiel 1689 auch Heidelberg den Franzosen in die Hände. Philipp Wilhelm zog sich nach Neuburg zurück, wo er 1690 als gebrochener Mann starb.

Am 2. September 1690 nach dem Tod seines Vaters Philipp Wilhelms übernahm Johann Wilhelm die Regierung und während des Krieges mit Frankreich leitete er die Wende in der Konfessionspolitik und die Gegenreformation in der Kurpfalz ein. Wegen des Pfälzer Erbfolgekriegs wohnte Johann Wilhelm nicht im zerstörten Heidelberg, sondern im Düsseldorfer Schloss. Jan Wellem heirate in Ulm an der Donau am 5. Juni 1691 die Prinzessin Anna Maria Luisa de Medici (1667–1743), Tochter des Großherzogs der Toskana, Cosimo III. de Medici und seiner Gattin Prinzessin Margarete von Orléans ein zweites Mal, nachdem seine erste Frau 1689 verstarb. Im Frieden von Rijswijk 1697, der den Pfälzer Erbfolgekrieg beendete, und der dort abgeschlossenen Klausel, erreichte er die Rückgabe der von den Franzosen besetzten pfälzischen Gebiete. Während seiner Regierung ließ Jan Wellem prachtvolle Bauten wie das Schloss Bensberg erbauen und gab den Ausbau des Düsseldorfer Schlosses in Auftrag. Durch sein aufwändiges Hofleben verschaffte er vielen Künstlern und Handwerkern Aufträge.

Zu seinen größten Leidenschaften zählte die Förderung von Kunst und Kultur. In der Residenzstadt Düsseldorf gründete er die Düsseldorfer Gemäldegalerie mit Werken vor allem von Rubens. Jean Frans van Douwen war Johann Wilhelms Hofmaler. Gabriel de Grupello erschuf auf dem Marktplatz von Düsseldorf das Reiterstandbild von Jan Wellem.

In der Dominikanerkirche St. Andreas in Düsseldorf befindet sich die Grabstätte von Johann Wilhelm.

Heinrich Heine

Christian Johann Heinrich Heine, geboren in Düsseldorf am 13. Dezember 1797, gestorben in París am 17. Februar 1856, Sohn judischer Eltern, war einer der wichtigsten deutschen Poeten und Journalisten des 19. Jahrhunderts.

Heine wird als der lezte Poet und Gewinner der Romantik bezeichnet. Er gab der deutschen Sprache Einfachheit und Eleganz, was vorher nicht vorstellbar war. Heine wurde damals geliebt und gefürchtet wegen seiner verpflichtenden Weise, seiner Arbeit als kritischer Journalist nach zu gehen. Wegen seines judischen Ursprungs und seiner politischen Meinung wurde er immer ausgeschlossen und angegriffen. Seine Einsamkeit prägte seine Bücher und sein Leben. Heutzutage ist Heine der meist übersetzte und erwähnte deutsche Poet.

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