Was wir im Leben tun, hallt wie ein Echo durch die Ewigkeit

von Hatice Doganay, Agnes Paal und Tobias Cummins

Dieser Text ist im IIK-Wiki (kooperatives Schreiben) zum Thema „Du schreibst Geschichte“ entstanden.

Durchschnittlich leben Menschen 70 oder 80 Jahre lang. Aber aufgrund der Taten, die sie begangen haben, erinnern sich nicht nur Leute, die in der gleichen Zeit gelebt haben, sondern auch Leute aus nachfolgenden Generationen an sie. Als einziges Lebewesen, das sich seiner Sterblichkeit bewusst ist, kann der Mensch den Gedanken an den Tod besser ertragen, wenn er weiß, dass seine Taten oder Werke ihn überleben können. Der Mensch ist aber auch in der Lage, bewusst und gewollt sein Leben für eine Ideologie, ein höheres Ziel oder im Interesse anderer Menschen zu führen. Der Begriff Märtyrer wird heutzutage benutzt, um einen Menschen zu beschreiben, der seine Freiheit oder sein Leben opfert, um einen Glauben bzw. eine Tat zu fördern. Unsterblichkeit des Menschen ist nur mit einem unauslöschlichen Eindruck möglich. Jeder Mensch denkt daran, dass er in seiner Jugend oder Erwachsenen-Zeit etwas Gutes machen, einige Sachen schaffen und wichtige Spuren zurücklassen kann. Jedoch können nur wenige Menschen Dinge schaffen, die von allen anerkannt und geschätzt werden. Solange diese Dinge leben und von allen erinnert werden können, kann man vermuten, dass sie noch lebendig sind. Erst wenn man sich nicht mehr an die Menschen erinnert und die Dinge, die sie getan haben, vergessen werden, dann können wir sie als Verstorbene bezeichnen. Aber man soll nicht vergessen, dass Unsterblichkeit nicht nur für gute Menschen gilt, sondern auch für schlechte Menschen wie Adolf Hitler, der der Mörder vieler Menschen war. Diese Menschen, die von einer kleinen Gruppe von Leuten gemocht, aber von ganzen Welt verflucht werden, sind auch unsterblich. Deshalb ist diese Unsterblichkeit auch wichtig, um die schlechten Taten und Personen nicht zu vergessen.

Die Taten zu Lebzeiten eines Menschen können Auswirkungen auf die Zukunft haben, zum Teil sogar erhebliche. In der Geschichte eines jeden Landes gibt es viele Menschen, die Jahre, sogar Jahrhunderte lang unvergesslich bleiben. Egal ob sie gute Menschen waren oder nicht, gelten sie für ihre Nationen als Symbol. Als einige Beispiele für diese symbolischen Menschen kann man für die USA den ersten Präsidenten George Washington und den ersten Menschen auf dem Mond, Astronaut Neil Armstrong, für Russland nicht nur Lenin und Stalin, sondern auch den Ballet-Tänzer Rudolf Nurejew oder den Erfinder des Periodensystems Dmitri Iwonewitsch Mendelejew und für Schweden den Erfinder des Dynamits und Stifter der Nobelpreises Alfred Bernhard Nobel nennen.

Sowohl eine bedeutungsvolle Erfindung als auch eine zuerst unwichtig scheinende Kleinigkeit können später in Erinnerung bleiben. Jemand kann absichtlich oder versehentlich z.B. eine wissentschaftliche Leistung bei seinen Forschungen erbringen, die eine neue Ära einläutet, z.B. ein Medikament (Antibiotikum), die Kernspaltung, die Psychoanalyse oder eine Erkrankung als erster beschreiben (Alzheimer, Parkinson, Conn, Addison, Wernicke etc.). Auf diese Weise wird der Name der Person „bis in alle Ewigkeit“ mit der Errungenschaft / Erfindung etc. verbunden sein. Man muss jedoch nicht unbedingt ein Wissenschaftler, Staatsmann oder Künstler sein, um sich zu verewigen. Manchmal reicht einfach ein Zufall, ein (un-)glücklicher Umstand, um einen Menschen, der nichtsahnend seiner Tätigkeit nachgeht oder sich irgendwo aufhält, aus der Reihe hervorzuheben und für immer bekannt zu machen („zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“). Aber auch den Mut, etwas als erster zu tun,(Demi Moore und das erste Aktfoto einer Schwangeren) oder das Unglück zu haben, für etwas als erster zum Opfer zu fallen (wie z.B. Peter Vechter, das erste „Mauer-Opfer“ in der DDR), kann zu einem ähnlichen Ergebnis führen. Ein gute Idee oder sogar die Fähigkeit, eine Idee von anderen als gut und nützlich zu erkennen, kann berühmt machen (z.B das Abfüllen der Cola-Flaschen). Es kommt auch vor, dass jemand nur helfen will, und mit dieser Tat einen wichtigen, manchmal sogar weltumspannenden Prozess auslöst (z.B. Florence Nightingale oder Jean Henry Dunant und das Internationale Rote Kreuz). Oftmals kann es auch geschehen, dass der Name eines Menschen in Vergessenheit gerät und nur seine Tat, Erfindung, Idee oder die Tradition, die er geschaffen hat, zurück bleibt. Interessant ist es, wenn eine Entdeckung, Erfindung oder ein neues Ergebnis mehrere „Besitzer“ hat. Wessen Name soll hervorgehoben werden? Diese Frage wird oft vom Zufall entschieden. Von den vielen Entdeckern ist z.B. Amerigo Vespucci der Namensgeber von Amerika geworden, der erstmal von dem neuen Kontinent eine Landkarte erstellt hat.

Die „Taten“ konnten dabei sowohl mündlich überliefert worden sein, als auch in geschriebener Form. Früher sangen z.B. Barden und Skalden über die Heldentaten von Heerführern und Königen, Chroniken wurden von Schreibern verfasst und über viele Jahrhunderte überliefert(z.B.die Edda oder das Niebelungenlied). Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg, der sich dadurch verewigt hat, konnten sich Berichte schneller verbreiten. Auch im Bild, sei es Gemälde oder später Photographie und Film, konnten wichtige Ereignisse und Personen für die Nachwelt festgehalten werden. Die Kunst diente ohnehin häufig als Medium zur Überlieferung von Heldentaten, wichtigen Ereignissen und Persönlichkeiten (z.B. Rembrandt van Rijn: Doktor Tulp’s Anatomie). Und heutzutage, im Zeitalter der modernen Massenkommunikation, ist es möglich, sich und seine Taten selbst mit rasanter Geschwindigkeit um den Globus zu „schicken“ (Internet), Nachrichtensendungen sind via Satellit fast überall zu empfangen, die Menschheit ist über wichtige politische, wirtschaftliche Entscheidungen bestimmter Personen schnell informiert, wie z.B. über den Golfkrieg, der der erste echte „Medienkrieg“ war, ein Krieg, den die Medien von Anfang bis Ende verfolgten und vermittelten. Die Medien sind heute jedoch zu mehr fähig als das: allein durch die häufige Präsenz in ihnen können sie einen Menschen berühmt machen. Aber inwieweit man sich an die Namen und Taten der heute lebenden prominenten Persönlichkeiten in der Zukunft erinnern wird, können wir jetzt noch nicht genau sagen.

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet muss mann nicht unbedingt etwas Bedeutsames im Leben getan haben, um in aller Ewigkeit weiterzuleben. Allein durch die Nachkommen wird der Nachname einer Persons von Generation zu Generation überliefert. Auch dadurch erreicht man eine Form der Unsterblichkeit. „Wie der Vater, so der Sohn.“ Grundsätzlich werden Verhaltensmuster und Wissen eines Menschen an dessen Kinder weitergegeben. Hiermit erreichen Menschen auch eine gewisse Form der Unsterblichkeit. Menschen leben nach dem Tod durch ihre Familie weiter. Lebensgeschichten von Familienmitgliedern können von nachkommenden Generationen wiedergefunden werden. Im Fall von Sophie Scholl wurden ihre Taten durch ihre Familie an nachkommende Generationen und an Millionen von Menschen weitergeleitet und Sophie Scholl ist somit unsterblich geworden.

Vielleicht können nicht alle Leute etwas Wichtiges für das Leben und für die Welt erreichen, aber solange wir an die Menschen erinnert werden, die wir lieben, werden sie für die Ewigkeit unsterblich sein. Zumindest sollte unser minimales Ziel sein, einen guten Eindruck auf einige Menschen zu machen.

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