IIK-Schiffsparty

Tanz der Kulturen auf dem Rhein

von Anastasia Tsvetkova

Tagelanges Warten, angeregte Unterhaltung und hartnäckiger Kampf um die Tickets – das hatten die Studenten vom IIK überstehen müssen, bevor sie endlich an Bord des Partyschiffs treten konnten. Die sensationelle Party, die von der IIK-Community schon zum dritten Mal organisiert wurde, hat erfolgreich am 21.05. stattgefunden. Sogar das unvorhersehbare, launische Wetter in Düsseldorf hatte sich nicht gegönnt, den Gästen die Freude zu verderben.

Man muss zugeben, das IIK versuchte seine bis über beide Ohren im Deutschlernen versunkenen Studenten ein bisschen zu lockern und zu verwöhnen. Ein Schlückchen frischer Luft und… kühlem Bierchen wirkte jedenfalls positiv auf die Abwehrkräfte der Studierenden und milderte die deprimierende Universitätsroutine. Kein roter Teppich oder vorgeschriebener Dress-Code, sondern freundliche und lächelnde Gesichter der Kommilitonen, endlose „Hallos“ und „Wie geht’s?“, keine Sorgen um „Der, Die, Das“ – mit anderen Worten, ganz entspannende, unbefangene Atmosphäre der Alma mater!

Den Angekommenen fiel sofort der wunderschöne, bunte Buffettisch auf, der die Kochkunst der Studenten verschiedener Nationalitäten repräsentierte. Traditionelle italienische kalte Pasta, pikante chinesische Klößchen, eine unbekannte Art von japanischem Sushi, ausgeklügelte persische Gerichte, der eher unpassende, aber nicht weniger leckere Zwiebelkuchen – einfach genug, um die Aufmerksamkeit des Publikums fest zu halten und einen tierischen Appetit anzuregen.

Man hörte schon das wachsende Knurren und unkontrollierbare Ausrufen des Hungers; alle konzentrierten sich auf die Dame des Hauses Mareike, die eine Eröffnungsansprache halten musste. Mit Teller und Besteck gewappnet standen alle zum Start des Essen-Marathons bereit und nach Mareikes letztem Wort ging es los! In rekordverdächtiger Zeit verschwanden eine nach der anderen die feinsten Speisen. Wer schon einmal in seinem Leben die ankommende Plage der Heuschrecken gesehen hat, kann sich die Situation besser vorstellen. Das natürliche Bedürfnis ließ sich durch Manieren und solche Begriffe wie „Ladies First!“ nicht aufhalten. Am Ende hatten sich die Gastgeber verrechnet: von Zeit zu Zeit beobachtete man saure Gesichtsausdrücke. Manche hatten sogar keine Möglichkeit, die Gerichte einfach zu riechen. Nächstes Mal sollte man mit dem Essen nicht geizen!

Langsam verwandelte sich das üppige Festmahl in ein amüsierendes Konzertprogramm – ein romantischer Punkt des Abends. Über das unaufhörliche Geschwätz der Studenten erklang der Rhythmus von brasilianischem Bossa Nova. Meine Damen und Herren, einen herzlichen Applaus – Ralf an der Gitarre begleitet vom sinnlichen Saxofon seines Kollegen Uli. Das Repertoire war wirklich auserlesen, aber davon wurden die sich schon in Tanzlaune befindenden Studenten nicht angesteckt. Das ausgelassene Publikum brüllte im Chor „La Bamba“ und eine ratlose Vertreterin der lateinamerikanischen Nationen schloss die Talentschau mit dem beliebten Lied ab. Leider traute sich kein anderer, seine außergewöhnlichen künstlerischen Fähigkeiten an den Tag zu legen.

Auf dem Tanzboden aber ließen sich die Kinder nicht genieren. Zu den Klängen von Salsa und Mamba gingen sie restlos aus sich heraus, jeder nach seinem Stil. Hier erfand man den Tanzkönig aus dem Iran – von Bewunderern umgeben überraschte er sie wieder und wieder mit außergewöhnlichen Tanzschritten. Kunst bringt Gunst!

Im Großen und Ganzen förderten die außergewöhnliche multinationale Atmosphäre, die ungezwungenen Gespräche, bei denen kein Wortschatz fehlte, die leckeren Spezialitäten und das feurige Tanzen vor allem die positiven Äußerungen und trugen zu dem erworbenen guten Ruf des IIK bei. Meine schönen Grüße an die glücklichen Menschen, die die Party nicht versäumten, und Mitgefühl mit denen, die nicht an Bord kommen konnten.

P.S.: Ich danke meinen asiatischen Freundinnen, die ihre Kameras während der ganzen Party nicht aus den Händen gelassen haben, für die wunderbaren Fotos.

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