Das erste Mal in Europa!

von Viviana Saenz

Mein erstes Mal in Europa war 1996. Ich war 19 Jahre alt. Ich war recht jung und ein wenig unreif. Ich wusste nicht wirklich, was ich mit meinem Leben tun wollte. Ich wusste nicht, was ich studieren oder werden wollte. Wann immer ich versuchte etwas zu tun, endete es immer schnell, so wurde ich z.B. als ich mich an einer Universität beworben habe, nicht angenommen. Die Gründe dafür waren meiner Meinung nach dumm. Da ich nicht in der Lage war zu studieren, was ich eigentlich wollte, suchte ich nach einem Job. Ich fand einen als Sekretärin / Übersetzerin in einem Büro für Öffentlichkeitsarbeit. Das Gehalt war wirklich gut und ich war sehr glücklich. Ich verdiente mein eigenes Geld und ich war Teil der großen Geschäftswelt, ohne die Notwendigkeit zu einer Universität zu gehen und einen Abschluss zu machen. Das dachte ich zu dieser Zeit. Meine Mutter war besorgt, dass ich keine höhere Ausbildung machen wollte.

Eines Tages fing sie an, mit mir über ein Studium im Ausland zu sprechen. Um genauer zu sein, sie schlug mir vor, in Italien zu studieren. Ich sagte ihr, dass das gut klingt und dass ich, wenn ich eine Gelegenheit bekommen würde, ich diese nutzen würde. Ich dachte nicht wirklich, dass sie das ernst meint. Sie hörte nicht auf, davon zu sprechen, bis sie mir auf die Nerven ging. Ich wollte nichts mehr darüber hören. Ich war sehr glücklich mit dem, was ich tat. Wenn ich mich nicht irre, kam sie am Anfang des Sommers in mein Zimmer und begann noch einmal über das Thema zu sprechen. Das Einzige, woran ich mich erinnern kann ist, dass sie mich fragte, ob ich Töpfern mag und ob ich Italienisch lernen möchte. An diesem Tag hatte ich einen schlimmen Kater und ich sagte „Ja“ zu allem, was sie mich fragte.

Ein paar Tage später gab sie mir ein Flugticket, meinen Pass, etwas Geld und Informationen über Schulen und Gastfamilien. Ich verstand nicht, was passierte bis sie mir sagte, dass ich am nächsten Tag einen Termin bei der italienischen Botschaft habe. Ich war geschockt, dass sie mich nicht vorher gefragt hatte. Aber sie hatte mich, an diesem Tag als ich nicht ganz ich selbst war, gefragt. Heute bin ich sehr froh, wie alles gelaufen ist. Ich glaube, ohne Kater hätte ich das Angebot damals abgelehnt, weil ich diese Chance nicht zu schätzen wusste.

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