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IIK - Dokumentationen einzelner Veranstaltungen

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Zur internationalen Kompatibilität der Universität Düsseldorf
(Dr. Werner Stüber, Akademisches Auslandsamt)

 
1. Vorbemerkung

Diese etwas sperrige Formulierung umreißt zutreffend eine Debatte, die seit dem Bildungsgipfel im Bundeskanzleramt Anfang der 90er Jahre mit Blick auf die internationale Vergleichbarkeit des deutschen Hochschulsystems geführt wird.

 
Ich möchte zunächst zentrale Inhalte dieser Debatte in Erinnerung rufen und im Anschluß kurz auf die Anstrengungen der Heinrich-Heine-Universität eingehen, ein international nachgefragtes Profil zu entwickeln.
 
 
2. Genese und Kontext der Debatte
 
Einschätzung festgehalten, daß die deutschen Hochschulen weltweit konkurrenzfähig bleiben müßten. Die gegenwärtige Position Deutschlands auf dem rasch wachsenden, globalen Bildungsmarkt entspreche weder der akademischen Leistungsfähigkeit noch den nationalen Interessen des Landes. 
 
Dieser Defizit werde mittelfristig zu einer Belastung der außen- und wirtschaftlichen Beziehung und zu einer Minderung der kulturpolitischen Möglichkeiten Deutschlands führen. Hinzu komme, daß die deutschen Hochschulen schon allein aus wissenschaftlichen und kulturellen Gründen an einem intensiven Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern ein starkes Interesse hätten.
 
In einem vom Bundesbeauftragten für das internationale Hochschulmarketing vorgelegten Memorandum (September 1999) wird betont, daß sich in den vergangenen Jahren hat sich ein internationaler Bildungsmarkt mit großer Dynamik entwickelt habe, der von einem wachsenden Bedarf der Schwellen- und Entwicklungsländer nach "Import" von Bildung vorangetrieben werde. Dabei gehörten die Industrieländer zu den "Exporteuren" von Bildung. Dieser globale, etwa 1,5 Millionen mobile Studierende umfassende Markt werde von den anglo-amerikanischen Ländern, insbesondere von den USA und von Großbritannien, dominiert. 
 
An der Spitze stehen die USA mit etwa 500.000 ausländischen Studierenden, gefolgt von Großbritannien mit etwa 175.000; die Bundesrepublik Deutschland spielt mit rd. 100.000 ausländischen Studierenden eine nachgeordnete Rolle. 
 
Neben rein ökonomischen Interessen ist die Perspektive von Bedeutung, die künftigen Führungseliten der Entsendungsländer auszubilden oder als Sympathieträger für das Studienland zu gewinnen.
 
Ein Großteil der ausländischen Studierenden in Deutschland stammt aus nur wenigen Herkunftsländern. Im Vergleich zu ehemaligen Kolonialmächten wie England und Frankreich waren die Hochschulen in Deutschland vor allem in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nicht die erste Wahl für ausländische Interessenten. Es waren eher die Randbedingungen, mit denen wir ausländische Studierende anlockten: Studiengeldfreiheit, die in der Vergangenheit relativ guten Möglichkeiten, den Lebensunterhalt mit Nebenverdienst aufzustocken, sowie die breite Palette an Förder- und Beihilfemöglichkeiten. Hinzu kamen Stoßzeiten in denen, bedingt durch die politische Entwicklung in den Heimatländern ein verstärkter Zustrom bestimmter Nationalitäten zu verzeichnen war: In den Zeiten der Junta kamen Griechen, die Wende im Iran bedingte den dortigen Exitus, über die niederländisch-deutsche Grenze zogen Indonesier - Studiengebühren hinter sich lassend. Und daß in Frankreich die aus dem Maghreb Zuziehenden nicht mehr willkommen waren, bedingte bei uns die Zunahme zum Beispiel marokkanischer Studierender.
 
Der Anteil der fünf wichtigsten Herkunftsländer ausländischer Studierender in der Bundesrepublik verteilt sich nach einer vom Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) in Hannover mit 14,5% auf die Türkei, 9,2% Iran, 6,1% Griechenland, 4,5% China/Tibet und 5,1% Österreich. 
 
Noch ein weiteres Zahlenbeispiel: Die Zeitschrift Nature führte in einem im Dezember 1995 publizierten Beitrag Zahlen der EU-Kommission an, wonach von 6.000 Nachwuchswissenschaftlern, die sich erfolgreich um ein EU-Stipendium (HCMP) beworben hatten, sich rd. 1800 nach Großbritannien orientierten, und 1600 nach Frankreich und lediglich rd. 550 nach Deutschland. 
 
 
3.  Konsens in der Debatte
 
Bei allen unterschiedlichen Akzentsetzungen im Verlauf der Debatte um die internationale Kompatibilität gibt es ein Grundverständnis, nämlich, daß die Dynamik der Globalisierung gewohnte Sichtweisen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen - also auch im Bildungsbereich - zunehmend in Frage stellt. Die Annahme, die Funktions-, Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit von Bildungssystemen ließen sich weiterhin ausschließlich im nationalen Rahmen bemessen, sei längst hinfällig. Private wie öffentliche Investitionen in Bildung und die Qualifikation der Absolventen und die Effektivität des Systems sei vielmehr auch und das im zunehmenden Maße an internationalen Standards zu messen. Und an dieser Stelle werden im allgemeinen die Strukturen des deutschen Hochschulsystems als inkompatibel mit den weltweit dominanten Standards betrachtet.
 
 
4. Anlaß der Debatte
 
Praktische Beispiele dazu aus der Sicht ausländischer Studierender: 
  • Das Interesse ausländischer Studierender an einem Auslandsaufenthalt in Deutschland geht zunehmend von einem ersten im Heimatland erreichten akademischen Abschluß aus, also einem Bachelor-Grad. Darauf aufbauend ist das Ziel ein Graduierten-Studium mit einem zweiten akademischen Abschluß, insbesondere auch einer Promotion. 
     
  • Für ein solches Studium ergeben sich in Deutschland häufig folgende Schwierigkeiten: Restriktive Anerkennung und Einstufung von Studienleistungen mit Abschlüssen, die im Heimatland erworben wurden. 
     
  • Vergleichsweise lange und nicht kalkulierbare Studienzeiten. 
     
  • Mangel an zeitlich überschaubaren, den Graduierten-Studien in anglo-amerikanischen Systemen entsprechenden Studienangeboten
     
  • und nicht zuletzt die mangelnde Anerkennung deutscher Abschlüsse in den Heimatländern nach Rückkehr (insbesondere das deutsche Diplom ist problematisch)
     
  • Außer diesen, das unmittelbare Studium betreffenden Problemen sind die - nur bedingt beeinflußbaren - Sprachbarrieren sowie die ausländerrechtlichen Regelungen wenig entgegenkommend aus der Sicht ausländischer Interessenten. 
"Nach meiner Erfahrung braucht man zum Erlernen des Englischen 30 Stunden, des Französischen 30 Tage, des Deutschen 30 Jahre", schrieb vor 100 Jahren der amerikanische Humorist Mark Twain während eines Besuchs in Mitteleuropa. Es war die Zeit, als Wissenschaftler und Künstler aus aller Welt in das damals noch junge deutsche Reich reisten, um in Labors und Bibliotheken zu lernen. 
 
Das Deutsche wurde in der Forschung so gewichtig, daß in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen auf deutsch als auf englisch erschien. Um 1920 erreichte Deutsch, bezogen auf die Menge der Veröffentlichungen, seinen Zenit als Publikationssprache der Naturwissenschaften, dann aber verlor es gegenüber dem Englischen ständig an Boden. Trotzdem mußten noch in den 30er Jahren US-amerikanische Chemiker generell Lesefähigkeiten in Deutsch nachweisen. Derzeit kommen 20 englische auf eine deutsche Publikation. Mit anderen Worten: Die Spitzenforschung schreibt, spricht und liest heute englisch. Ulrich Ammon, Die internationale Stellung der deutschen Sprache (Berlin/New York) sagt: "Englisch ist die deutsche Wissenschaftssprache geworden." 
 
Wolfgang Frühwald, Präsident der Alexander-von-Huboldt-Stiftung, erwähnt die Bundesrepublik könne wirtschaftlich und wissenschaftlich nur überleben, wenn es in vielen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern Fachleute aus dem Ausland anwerbe und zum Bleiben ermuntere. Dieses Problem sei aber nur zu lösen "wenn ein völliger Klimawechsel im Umgang mit Ausländern in Deutschland eintritt." Ein solcher Klimawechsel sei ebenfalls "im Dschungel der Ausländergesetze" nötig. (NRZ, 03.01.2001) 
 
Im umgekehrten Sinne - aber darauf möchte ich im folgenden nicht näher eingehen - gilt natürlich auch, daß kompatible Strukturen hilfreich sind für die Fortsetzung des Studiums von Deutschen im Ausland bzw. für die Berufungsausübung außerhalb der nationalen Grenzen.
 
Die Entwicklung der Auslandsmobilität deutscher Studierender ist seit der Nachkriegszeit wellenförmig mit aufsteigender Tendenz verlaufen. Nach einem Tiefpunkt in den 50er Jahren erreichte die Quote Mitte der 60er Jahre einen vorläufigen Höhepunkt mit 5,7%. 1994 wird eine Auslandsstudienquote von nur 5,4% erreicht. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre stieg sie auf 6% und hatte damit den höchsten Wert seit 1955 erreicht. Die vielerorts, so zum Beispiel beim DAAD, formulierte europäische Zielgröße legt nahe, daß 10% aller Studierenden im Laufe des Studiums ein Auslandsstudium wahrnehmen sollten. Die UNESCO hält statistisch fest, daß die deutschen Studierenden von nur wenigen Ländern in der Häufigkeit der Auslandsmobilität übertroffen werden (Österreich, Portugal, Schweden, Dänemark). In Frankreich, den Niederlanden und in Großbritannien liegen die Auslandsstudienquoten deutlich niedriger. Die für ausländische Studierende äußerst attraktiven USA hingegen verzeichnen einen zehnfach niedrigeren Wert an Auslandsmobilität für die eigenen Studierenden. Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit gar nicht schlecht dar. Nur einige asiatische Länder, die sozusagen Studierende exportieren, wie China, Korea, Taiwan, Malaysia oder Japan stehen noch besser da. 
 
Es liegt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene und von dem Hochschulinformationssystem in Hannover (HIS) durchgeführte Untersuchung vor, Vorbereitung auf Europa durch Mobilität und Internationalisierung des Studiums. Als ernüchternd niedrig gilt nach der genannten Untersuchung der Prozentsatz der mehrsprachigen Studierenden in Deutschland: Nur knapp die Hälfte (46%) verfügen über gute bis sehr gute Kenntnisse in einer Fremdsprache, nach eigener Einschätzung, 43% der Studierenden könnten in keiner Fremdsprache gute oder sehr gute Kenntnisse vorweisen. Nur 10% seien der Überzeugung, über gute bis sehr gute Kenntnisse in 2 oder mehr Sprachen zu verfügen. Demnach sind die Deutschen von dem propagierten Ideal eines polyglotten, also mehrsprachigen Europäers, weit entfernt. In der zitierten Untersuchung wird darüber hinaus festgehalten, daß im Durchschnitt selbst Studierende mit guten Englischkenntnissen mehr als die doppelte Zeit für die Lektüre eines Fachartikels benötigen, insofern dieser in englischer statt in deutscher Sprache abgefaßt ist. Zugleich zeige sich, daß die Sprech- und Verhandlungsfähigkeit unterentwickelt sei. Des weiteren könnten Studierende in der Naturwissenschaft und in der Informatik zu 30% sehr gut englisch lesen und gelesene Fachtexte auch verstehen, nur 10% von ihnen seien jedoch in der Lage, sehr gut englisch zu sprechen.
 
Verschiedentlich geäußerte Auffassungen, angesichts der weltweiten Dominanz von Studiensystemen des anglo-amerikanischen Typs müsse auch das deutsche System durch Übernahme dieser Strukturen umgewandelt werden, werden in der Regel nicht weiter verfolgt in Deutschland, da eine so grundlegende Umwandlung realistisch nicht kurzfristig zu erwarten wäre. Von daher wird davon ausgegangen, daß die oben genannten Defizite innerhalb des deutschen Hochschulsystems behoben werden können, in dem es zum anglo-amerikanischen System, kompatibel gestaltet wird.
 
 
5. Beschlüsse zur Debatte

Am 19. Juni 1999 brachten die Bildungsminister 29 europäischer Staaten in einer Gemeinsamen Erklärung ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, den Aufbau eines europäischen Hochschulraumes zu gestalten. Bis zum Jahre 2010 soll eine Kompatibilität und Vergleichbarkeit der europäischen Hochschulsysteme erreicht sein. Der europäische Hochschulraum zeichnete sich dann, wahrscheinlich neben hergebrachten Studienabschlüssen, durch ein zweiphasiges Graduierungsmodell (in Anlehnung an das anglo-amerikanische Undergraduate und Graduate-System mit Bachelor- und Master-Abschlüssen, Modularisierung der Lehre, ein Kreditpunktesystem für den Leistungstransfer sowie die Akkreditierung und Evaluierung von Studienprogrammen aus. 
 
In der Bundesrepublik Deutschland wurden angesichts der neuen Herausforderung im Bildungssektor die rechtlichen Rahmenbedingungen durch die Änderung des Hochschulrahmengesetzes vom 20. August 1998, die das zweiphasige Graduierungssystem neben dem einphasigen vorsieht, geändert. Die "Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) fördert seit dem 1. Oktober 1998 bis zum 30. September 2001 ein Hochschulmodellversuchsprogramm zur Modularisierung, die zentrales Thema der Reform der Studienstruktur der bundesdeutschen Hochschulen ist. 
 
Der Standpunkt, daß der Globalisierung der Märkte zwangsläufig die Globalisierung der Bildungsmärkte folge, veranlaßte die BLK im Herbst 1999 ein Gespräch mit internationalen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zu führen, dessen Ergebnis eindeutige Perspektiven konturrierte:
 
Wenn deutsche Hochschulen durch strategische Differenzierung eine Vorreiterschaft im globalen Bildungswettbewerb erreichen wollen, müssen sie Marktführer in zumindest einem von Bereichen wie "starke Markenidentität", "Spitzenposition durch inhaltliche Produkte", "Aufbau einer signifikanten Architektur von globalen Allianzen zwischen den öffentlichen und privaten Sektoren" oder "Technologieführerschaft" werden. 
 
Nach Auffassung der Experten werden sich die deutschen Hochschulen auf dem globalen Bildungsmarkt gegenüber Konkurrenten nur behaupten können, wenn es gelinge, innovative Strukturen für den Export ihrer Lehrangebote zu schaffen, ausländische Lehrangebote zu integrieren und international anerkannte und verwertbare Abschlüsse zu ermöglichen. 
 
 
6.  Systemtypische Defizite und Vermarktung
 
Im allgemeinen lassen sich an den deutschen Hochschulen systemtypische Defizite auflisten, die angesichts der Hauptkonkurrenten aus den anglo-amerikanischen Ländern weltweit zu deutlichen Nachteilen führen:

  • Aus ordnungsrechtlichen und auch finanziellen Gründen können die staatlichen Hochschulen der Bundesrepublik nur bedingt als Wettbewerber auf dem internationalen Bildungsmarkt auftreten.
     
  • Global anerkannte Spitzenqualität wird bei deutschen Hochschulen mit einzelnen Fach- bzw. Forschungsgebieten assoziiert und nicht mit der Gesamteinrichtung. Von daher läßt sich primär im Gegensatz zu den USA und Großbritannien nicht mit bekannten Spitzenuniversitäten werben, wie dies etwa bei Harvard oder Cambridge, die in allen Disziplinen als international anerkannt gelten, der Fall ist. Lediglich ausgewählte Fach- und Forschungsgebiete der einzelnen Hochschulen können international profilbildend herausgestellt werden.
     
  • Die defizitäre Finanzierung der öffentlichen Hochschulen in der Bundesrepublik wirkt sich im internationalen Vergleich auffällig aus, insbesondere angesichts des im anglo-amerikanischen System gut ausgestatteten Service bezüglich Tutorensysteme, Betreuung ausländischer Studierender etc.
     
  • Englisch als lingua franca im Wissenschaftsbereich wird in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern bereits in der Schule gelehrt. Das Erlernen der deutschen Sprache wird als Hürde aufgefaßt, was vor allem bei häufig an Kulturstudien nur nachgeordnet interessierten Natur- und Ingenieurwissenschaftlern aus dem Ausland zum Tragen kommt.
     
  • - Paradoxerweise wird die landläufig als Standortvorteil gewertete Gebührenfreiheit an deutschen Hochschulen außerhalb Europas häufig fälschlicherweise als Korrelat zur Qualität gesehen und folglich mit Mißtrauen bedacht. 
 
7. Systemtypische Stärken
 
Als Stärken des deutschen Hochschulsystems können gelten:
  • die enge Verbindung von Lehre und Forschung im Humboldtschen Sinne, die eine frühe Hinwendung zur Grundlagenforschung und die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern akzentuiert.
     
  • Die Synergieeffekte, die sich aus dem organisierten Netz von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen ergeben, und den Studien- und Forschungsstandort Deutschland als leistungsfähig vermitteln.
     
  • - Die für außereuropäische Interessenten gute geographische Plazierung der deutschen Forschungslandschaft mit Blick auf ihrer Mittlerrolle zwischen Ost- und Westeuropa und ihren supranationalem Potential bei der EU-Forschung und -Forschungsförderung.


8. Heinrich-Heine-Universität
  
In der Folge der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Programme "auslandsorientierte Studiengänge" und "Master-Plus-Programm" wurde von unterschiedlicher Seite empfohlen, das Netz qualitativ anspruchsvoller, international orientierter, fremdsprachiger Studienangebote flächendeckend auszubauen.
  
An der HHUD existieren Studienangebote mit internationalen Komponenten. Dazu zählen die Reihe der Bachelor-Studiengänge an der Philosophischen Fakultät; der Bachelor-Studiengang Mathematik; der in geringem Umfang bereits in englischer Sprache unterrichtende Aufbaustudiengang Gesundheitswissenschaften; die von der Deutsch-Französischen Hochschule geförderten, mit der Partneruniversität Nantes verzahnten Studienangebote (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie); das in Konsultation mit der Universität Hull, Großbritannien, an der Juristischen Fakultät konzipierte Studienangebot zum anglo-amerikanischem Recht, sowie der für ausländische Juristen konzipierte LL.M., legum magister (Master of Law), Studiengang; und die an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät mögliche Doppeldiplomierung in Kooperation mit der Ecole Superieure de Commerce in Grenoble. 
 
Die genannten Angebote bzw. Initiative erfüllen konzeptionell noch nicht die bundesweit gesetzten Standards bezüglich auslandsorientierter bzw. internationaler Studiengänge, die sich durch einen hohen fremdsprachlichen Anteil in der Lehre, einen hohen Prozentsatz ausländischer Studierender, Modularisierung der Lehre, einem von der Vorstellung eines "Klassenverbandes" geprägten Studienablauf, ein etabliertes Leistungspunkte-Transfersystem sowie internationale Abschlüsse auszeichnen. Die Angebote befinden sich in einem Entwicklungsstadium.
 
Auch erfüllen die Bachelor-Studiengänge noch nicht die in Nordrhein-Westfalen verbindlichen Eckwerte-Empfehlungen, die von einem Konsekutivmodell im Sinne eines zweiphasigen Graduierungssystems ausgehen. 
 
An 32 bundesdeutschen Universitäten existieren 53 internationale, aus öffentlichen Mitteln geförderte Studiengänge, die die genannten Rahmenbedingungen erfüllen. In Nordrhein-Westfalen sind die Universitäten Bochum, Duisburg, Aachen, Siegen und Bonn dabei. 
 

9. Perspektiven
 
Die vorhanden Ansatzpunkte zur Internationalisierung des Studiums an der HHUD können wahrscheinlich am stärksten vorangetrieben werden, wenn:

  • zum einen eine strategische Verknüpfung von Hochschulstrukturreformen und Internationalisierung erfolgt und
     
  • zum anderen eine Erweiterung des Austausches von Studierenden und Lehrenden sowie internationaler Forschungskooperationen mit Partneruniversitäten im Sinne einer Etablierung von Netzwerken erfolgte, die die Entwicklung von gemeinsamen Lehrmodulen, die wechselseitige Anerkennung von erbrachten Studienleistungen ermöglichen und so strukturell zur Internationalisierung des Studiums und der Lehre beitragen können.
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