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IIK - Dokumentationen einzelner Veranstaltungen

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IIK >> Dokumentation >> 2001 >> Szenen >> Internationaler Empfang Düsseldorf

Rede von Dr. Matthias Jung
(Geschäftsführer des IIK)

 
Liebe Anwesende,

wir haben nun einiges gehört, was die Notwendigkeit eines besseren internationalen Bildungsmarketings angeht, welche Anstrengungen hierzu von offizieller Seite unternommen werden und wie sich der Internationalisierungsprozess in Düsseldorf darstellt.

 
Die Frage ist aber auch: Was lässt sich kurzfristig angehen, erbringt kurzfristig konkrete Resultate und entfaltet eine weiterführende Dynamik? Wie können Förderung von oben und Initiativen von unten, Existierendes und Gewünschtes zusammen- und weiterwachsen? Welche konkreten Beispiele für neue Wege gibt es?
 
Ich möchte hier kurz einige Überlegungen präsentieren, die aus der unmittelbaren Praxis des Instituts für Internationale Kommunikation erwachsen sind, das - aus der HHU entstanden - mittlerweile seit mehr als 10 Jahren erfolgreich "Bildungsmarketing" betreibt und dabei durchaus umdenken musste
 
Sommeruniversitäten sind in vielen Hinsicht ein idealer Ausgangspunkt für das internationale Bildungsmarketing:
  • Sie sind als Begriff etabliert, verfügen über feste "Distributionskanäle" (DAAD-Sommerkursverzeichnis etc.) und werden zunehmend nachgefragt
  • Sie existieren bereits im Kleinen in Düsseldorf
  • Es handelt sich um ein sehr flexibles Bildungsangebot, das vergleichsweise wenig Aufwand erfordert und jederzeit ausgebaut werden kann
Doch was wollen wir unter "Sommeruniversität" im Sinne des internationalen "Bildungsmarketings" eigentlich verstehen? Ich denke, es macht wenig Sinn, jegliche Form von Kurs, der in den Semesterferien stattfindet, gleich als Sommeruniversität zu deklarieren. Handfeste Kriterien für eine echte "Sommeruniversität" wären dagegen:
  • Es liegt ein inhaltlich differenziertes Angebot unter einem gewissen einheitlichen Dach vor
  • Es gibt eine nachvollziehbare Verbindung mit Forschung und Lehre an der HHU
  • Die Angebote sind offen für Auswärtige, nicht nur formal, sondern auch in der Konzeption
  • Die Kurse sind offiziell anerkannt und mit Zertifikaten abschließbar (z.B. innerhalb des europäischen Kreditpunktesystems, ECTS, als Bildungsurlaub etc., Scheinerwerb für Studium ist möglich)
  • Eine Sommeruniversität ist nicht zuletzt kostenpflichtig mit einem leistungsgerechten Preis
Dieser Preis - und das möchte ich ausdrücklich betonen - ist nicht gleichbedeutend mit Klischeevorstellungen von "Kommerz" oder "sozialer Selektion". Denn selbstverständlich sind vielfältige Formen von Stipendien, Ermäßigungen etc. erwünscht, die für Bildungsgerechtigkeit sorgen.
 
Klar sein muss aber auch: Die Hochschulen tun sich keinen Gefallen, wenn sie Wühltischangebote machen. Nur mit realistischen Preisen werden Sommeruniversitäten nicht zur zusätzlichen Belastung, sondern zu einer willkommenen Erweiterung, bei der sich die Spitzenkräfte der Universität auf die Inhalte und die Lehre konzentrieren können bzw. Nachwuchskräfte sich sinnvoll weiter qualifizieren ("learning bei doing") und finanzieren können. Nur bei einer Finanzierung über die Teilnehmergebühren wird jeder neue Teilnehmer nicht als Strafe, sondern als Gewinn gesehen, verbessert sich dadurch die finanzielle Basis, statt sich zu verschlechtern und können Mittel wiederum in Forschung und Lehre zurückfließen.
 
Wenn es um aktuelle Inhalte, den neusten Forschungsstand geht, haben die Hochschulen wenig Probleme, auch gute Lehre lässt sich häufiger finden als dies gerne behauptet wird. 
 
Woran es aber nach wie vor mangelt sind professionelle Organisation, Service-Denken/Kundenorientierung und Marketingkompetenz. 
   
 
1. professionelle Organisation
 
Im Moment wird bei jeder Veranstaltung wieder von vorne angefangen, neue Organisationskompetenz aufgebaut, die dann wieder verloren geht. Insbesondere die persönliche Betreuung und Infopolitik sowie die zeitnahe Geldeinnahme und -verwaltung sind problematisch, aber bei kostenpflichtigen Angeboten unumgänglich. Angesichts neuer erwarteter WWW-Standards können das einzelne Institute für die Einzelveranstaltung gar nicht mehr leisten
 
 
2. Service-Denken/Kundenorientierung

Wer einen "Erlebnisurlaub Bildung" machen will, seine Ferien dafür opfert und finanzielle Anstrengungen unternimmt, möchte diese kostbare Zeit auch optimal nutzen, und sie nicht für lästige Dinge wie Unterkunft suchen oder den Weg erfragen verschwenden. Auch hier rund um die Uhr und effiziente Betreuung

Kundenorientierung bedeutet aber auch die normalen lernformen und -inhalte zu überdenken
 

3. Marketingkompetenz
 
Marketingkompetenz bedeutet das Ende bunter hektografierter Zettel, bedeutet Investitionen in professionelle Prospekte und Anzeigen

Ich weiß sehr genau, dass sich viele an den Hochschulen an Ausdrücken wie "Kunde" und "Marketing" reiben, weil sie eine klischeehafte Kommerzialisierung und einen Verlust von Standards und Objektivität befürchten. Das habe ich früher auch teilweise so gesehen, beurteile das aber mittlerweile anders. Die Antwort lautet auch nicht nur vordergründig, dass Wettbewerb und Marketing eben die Zeichen der Zeit sind, denen man sich halt fügen muss. Kundenorientierung" und Marketingdenken sind als Ergänzung zu der traditionellen Perspektive "Wissenserwerb" und "Objektivität" wichtigen Sichtweisen können auch so verstanden werden, dass sie einen optimalen Wissenstransfer und Breitenwirkung universitärer Erkenntnisse bedeuten, dass diejenigen, die sich für qualitativ hochwertige Bildungsangebote interessieren auch die Chance erhalten diese zu nutzen, weil sie davon wissen

  • dass Fortbildungsangebote gemacht werden, die benötigt werden
  • dass Inhalte so vermittelt werden, dass sie die Zielgruppe erreichen 
 
Ein 5-Punkte-Plan zur Etablierung einer richtigen Sommeruniversität kann also ganz einfach aussehen:
  • Sichtung existierender Angebote 
  • Überarbeitung dieser Angebote zu "Komplettpaketen" mit vollem Service drum herum
  • Initiierung weiterer Angebote in Absprache mit den Instituten
  • Zusammenfassung eines gemeinsamen Programmes und Erstellung eines internationalen Marketingplanes
  • Durchführung der Sommeruniversität mit der Perspektive der Ausweitung im folgenden Jahr
 
Die Fortbildungsangebote des IIK, die einen besonderen Schwerpunkt im Sommer haben, zeigen, dass dieses Konzept aufgeht. Um eine internationale Sommeruniversität daraus zu machen, die diesen Namen verdient, müsste allerdings das inhaltliche Spektrum erweitert und alle Fakultäten beteiligt werden.

Ich hoffe, dass diese Veranstaltung und die Anwesenden dazu beitragen, dass wir möglichst bald eine erfolgreiche Düsseldorfer Sommeruniversität mit internationaler Ausstrahlung etablieren können.
 
Ich komme zum letzten Punkt: Das IIK gibt anlässlich des Internationalen Empfanges traditionellerweise bekannt, welche Projekte zur Internationalisierung der HHU es im laufenden Jahr fördern kann. Ein Bezug zum Thema dieser Veranstaltung lässt sich leicht herstellen, stammen doch diese Mittel nicht zuletzt aus den Überschüssen, die mit den IIK-Sommerfortbildungen erwirtschaftet wurden.
 
Insgesamt gingen 14 Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von DM 75.264 ein. Davon konnten 11 mit Entscheidung der IIK-Mitgliederversammlung vom 25.1.2000 berücksichtigt, d.h. teilweise oder voll finanziert werden. Bei einer Fördersumme von insgesamt DM 42.078 entfielen somit auf einen Antrag durchschnittlich 3825,27 DM. Genauere Infos zu den Vergabebedingungen können per E-Mail-Abruf (leere Mail an foerderrichtlinien@rundbrief.de) angefordert bzw. hier online betrachtet werden. 

  
Geförderte Projekte: 

  • AIESEC: Zuschuss zu internationalem Praktikantenprogramm (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät) 
  • Prof. Aptroot: Internationaler Intensivkurs "Jiddisch für Fortgeschrittene" 
  • Prof. Böhme-Dürr: Interkulturelle Studie (Doktorandin) 
  • ELSA: Zuschuss zu internationalem Praktikantenprogramm (Juristische Fakultät) 
  • Prof. Mae: Deutsch-Intensivkurse für Studentinnen der Partneruniversität Bunkyo 
  • Prof. Schiller: Deutsch-Intensivkurse für Gastwissenschaftler an der naturwissenschaftlichen Fakultät 
  • Prof. Schwarzer: Studentische Hilfskraftstelle für Auslandskommission 
  • Prof. Schwarzer: Internationales Kolloquium mit Partneruniversität Haifa 
  • Prof. Soboll/Prof. Ruzicka: Reisekosten HHU-Studenten zu Kolloquium mit Partneruniversität Prag 
  • Prof. Stein: Forschungsprojekt zum Thema "Code-Switching" an Partnerinstitut Universität San Antonio, Texas (Magisterarbeit) 
  • Prof. Wunderli/Prof. Stötzel: Vergleichendes Projekt zum Migrationsdiskurs (Habilitationsprojekt) 
Und nun zum allerletzten Punkt: Ich habe die besondere Freude zur künstlerischen Darbietung der Gruppe "Capoeira pernas pro ar" mit dem Lehrer Porquinho überzuleiten: Die ansteckende Energie dieser Gruppe wünsche ich allen Anwesenden bei ihren Internationalsierungsprojekten!

 

 
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