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Jubiläen, Geburtstage & Hochzeiten in transkultureller Perspektive

Hinweise für Interessenten:
Vorgesehen sind insgesamt sechs Vorträge à 45 Minuten.
Vortragsvorschläge in Form eines kurzen Exposés werden bis 30.09.2014 an Herrn Dr. Matthias Jung unter folgender Adresse erbeten: 25jahre@iik-duesseldorf.de.
Die Beiträge werden anschließend in der Reihe IIK-Abendakademie bei düsseldorf university press veröffentlicht.
Reise- und Aufenthaltskosten werden für die Referentinnen und Referenten übernommen.


Vom Ausblasen der Geburtstagskerzen über das Fangen des Brautstraußes bis hin zu allerlei Geschenktraditionen und besonderen Festivitäten – alle Kulturen markieren mit einer Vielzahl von Riten und Bräuchen bestimmte wiederkehrende Ereignisse im Leben. Am ausgeprägtesten sind dabei sicherlich die Traditionen rund um das Thema Hochzeit, die deshalb auch schon früh das Interesse der Ethnologen gefunden haben und heute vor allem die Kulturwissenschaft faszinieren.

Das romantische Bild der Hochzeit, das von den Medien allgegenwärtig vermittelt wird, ist im westlichen Kulturkreis insbesondere durch die christliche Heiratszeremonie geprägt, auch wenn in einer säkularisierten Gesellschaft der kirchlichen Zeremonie keine rechtliche Bedeutung mehr zukommt und die Brautpaare heutzutage nicht mehr zwingend religiös sind.  So gehört z.B. ein Satz wie „Bis dass der Tod Euch scheidet“ im kollektiven Bewusstsein untrennbar zur Eheschließung, auch wenn er auf dem Standesamt gar nicht fällt.

Im Zuge der Globalisierung überlagern sich bei Eheschließungen nun immer häufiger recht unterschiedliche Symbolwelten, und das nicht nur weil multikulturelle Paare und Familien öfter denn je zusammenfinden, sondern vor allem, weil das über Film und Fernsehen weltweit transportierte Bild der romantischen Hochzeit europäisch-hollywoodscher Prägung auf lokale, oft Jahrhundert alte und ganz andersartige Traditionen trifft. Die daraus resultierenden Hybridisierungen lassen schließlich eigenständige transkulturelle Formen des Passagenritus der Hochzeit entstehen  ̶  bei interkulturellen Paaren in Deutschland bis hin zu Eheschließungen in den muslimischen Ländern oder in Asien ohne jeglichen christlichen Hintergrund. Von den so entstehenden, immer aufwändigeren Inszenierungen profitiert eine ganze Industrie.

Das Kolloquium anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des IIK beschäftigt sich mit diesen interkulturellen Hybridisierungen, analysiert das Phänomen, fragt nach neuen Formen der Transkulturalität und untersucht die gegenseitigen kulturellen Einflussnahmen. In diesem Zusammenhang sind Studien und Beiträge zu interkulturellen Eheschließungen aus Kulturwissenschaften, Ethnologie, Sozialwissenschaften, Medienwissenschaften und Geschichtswissenschaften willkommen.

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